Bild: © Robert Willfurth

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OeMAG-Photovoltaikförderung: Vergabe ohne Komplikationen

8.1.2016
Aber: Deutlich weniger Interesse als in den Vorjahren

Am 7.1. um Punkt 17:00 Uhr startete wieder die alljährliche Antragstellung für die Tarifförderung für Photovoltaikanlagen von 5 bis 200 kWp. Die Vergabe, die ausschließlich online mittels Ausgabe eines Tickets erfolgt, verlief bis auf wenige Ausnahmen weitgehend komplikationsfrei. Der Vergangenheit angehören dürften nun endgültig die ewig nicht ladenden Webformulare und auch die stets akut absturzgefährdeten, weil zu klein dimensionierten, Server der Vergabestelle. Aber auch die Zeiten des großen Ansturms der Bevölkerung auf die Tarifförderung der OeMAG scheinen nun offensichtlich vorbei zu sein.

Deutlich weniger Interessierte als in den vergangenen Jahren mühten sich vor ihren PC`s ab, um bei der Ticketvergabe ganz vorne mit dabei zu sein, Wie anhand der Zahlen der ausgegeben Tickets ersichtlich ist, kann von einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Viertel ausgegangen werden. Wurden im Vorjahr bis zur 4. Minute noch rund 3.100 Tickets abgeholt, so lag die Zahl gestern nur mehr bei rund 2.300. In den ersten zehn Minuten der Vergabezeit wurden heuer nur mehr rund 3.000 Anträge eingebracht. Ob damit, so wie in der Vergangenheit, der 8 Millionen-Fördertopf bereits am ersten Vergabetag leergefegt ist, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. Zum einen wirkt sich der viel zu spät gewählte Bekanntgabetermin für die Fördertarife 2016 nur einen Tag vor dem Heiligen Abend kontraproduktiv aus. Die neuerliche Reduktion des Fördersatzes, der sich aus Tarif und Investitionszuschuss zusammensetzt, um 14 % im Vergleich zum Vorjahr, ist wohl alles andere als eine starke Motivation. Als Hauptgrund für das schwindende Interesse dürfte allerdings der überproportional stark gesenkte Einspeisetarif (von 11,5 Ct auf 8,24 Ct) zum Tragen kommen, mit dem vor allem Bürgerbeteiligungsprojekte nicht oder kaum mehr wirtschaftlich umsetzbar sein werden.

Viele hatten nach den Ergebnissen von Paris mit einer Trendumkehr der Förderkürzungspolitik in Österreich spekuliert. Die Schaffung längst überfälliger Anreize für substantielle Zuwachsraten bei Photovoltaik ist das Gebot der Stunde, um den derzeitigen 1%-Anteil von Solarstrom in den österreichischen Netzen endlich kräftig zu erhöhen. Diese Maßnahme wäre endlich einzufordern.




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