Bild: © Greenpeace - Proteste in Deutschland gegen Shell

Bild: © Greenpeace - Proteste in Deutschland gegen Shell

OMV plant Hochrisiko-Ölbohrung in der Nähe von arktischem Naturschutzgebiet

8.1.2016
Greenpeace fordert sofortigen Rückzug der OMV aus der Arktis

Wien/Barentssee - Die Umweltorganisation Greenpeace übt heftige Kritik an den Plänen des österreichischen Mineralölkonzerns OMV in der Arktis nach Erdöl zu bohren. Laut Informationen der norwegischen Konzerntochter OMV Norge AS sollen die Erkundungsbohrungen am Hoop-Ölfeld bereits am 12. Jänner – also mitten im arktischen Winter und in der Nähe des Naturschutzgebietes Bäreninsel - starten.

„In der Arktis nach Öl zu bohren ist an sich schon unverantwortlich genug. Das mitten im arktischen Winter unter extremen Wetterbedingungen zu tun, noch dazu in der Nähe eines Naturschutzgebietes, grenzt allerdings an Wahnsinn“, sagt Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher von Greenpeace in Österreich, „Die OMV muss Verantwortung zeigen und sich aus dem für Mensch und Umwelt hochriskanten arktischen Ölgeschäft gänzlich zurückziehen.“

Das Hoop-Ölfeld befindet sich 315 Kilometer nördlich der Stadt Hammerfest am norwegischen Festland und nur knapp 180 Kilometer vom Naturschutzgebiet Bäreninsel entfernt. Diese beheimatet neben einer der größten Vogelkolonien der nördlichen Hemisphäre auch zahlreiche Säugetiere wie Eisbären, Robben oder Wale. Zusätzliche Brisanz erhalten die Arktis-Pläne der OMV durch die zu dieser Jahreszeit vor Ort vorherrschenden Wetterbedingungen wie extreme Kälte, heftige Stürme und die fast durchgängige Dunkelheit. Erst vergangene Woche hatten hohe Wellen in der Nähe mehrerer Ölplattformen in der Nordsee zu einem Unglück mit tödlichen Folgen geführt.

„Die OMV spielt ein hochriskantes Spiel mit dem äußerst sensiblen arktischen Ökosystem. Passiert bei den Probebohrungen ein Unfall, ist es aufgrund der Abgelegenheit des Ölfeldes, der arktischen Kälte und der Stürme vor Ort fast unmöglich, das Ausbreiten einer Ölpest einzudämmen“, warnt Pawloff, “Dann droht eine Umweltkatastrophe enormen Ausmaßes mit nicht abschätzbaren Konsequenzen für Menschen, Tiere und Umwelt.“

Bereits im Vorjahr hat sich der Ölkonzern Shell von Bohrungen in der Arktis zurückgezogen. Die OMV wiederum hatte - kurz vor der Unterzeichnung - Lizenzen zur Ölbohrung in der Arktis zurückgelegt. Beiden Entscheidungen waren intensive Greenpeace Kampagnen vorausgegangen.

Durch eine Einwendung bei den norwegischen Behörden konnte Greenpeace nun für die ursprünglich ab 1. Jänner 2016 geltende Bohrgenehmigung aufschiebende Wirkung erzielen. OMV Norge plant nichts desto trotz den Start der Hochrisikobohrung für den 12.Jänner. „Jegliche gebotene Vorsicht und Schutz sensibler Ökosysteme ist offenbar der ausschließlichen Profitorientierung zum Opfer gefallen. Drei Wochen nach Abschluss der Pariser Klimakonferenz in der Arktis nach Öl zu bohren ist ein Hohn. Greenpeace fordert die OMV auf, die Bohrungen sofort zu stoppen und zur Vernunft zurückzukehren“, mahnt Pawloff .

Artikel teilen:
Artikel Online geschalten von: / holler /

Artikel senden Artikel drucken