Bild: © Hans Braxmeier- pixabay.com

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Österreichisches Hochwasserrisikomanagement auf dem Prüfstand

6.1.2016
Interministerielle-Studie zeigt Erfolge und Potenziale für weitere Verbesserungen

Österreich war in den vergangenen Jahren von drei extremen Hochwasserereignissen betroffen, die Schäden in Milliardenhöhe verursachten. Als Reaktion auf diese Naturkatastrophen analysierten mehr als 100 Expertinnen und Experten aus über 60 Institutionen die Zusammenarbeit der verantwortlichen Stellen. Gemeinsam erarbeiteten sie Empfehlungen für eine kontinuierliche Verbesserung eines integrierten Hochwasserrisikomanagements.

Die Konzepte umfassen die Freihaltung von Überflutungsflächen sowie ein verbessertes Katastrophenmanagement mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit zur Bewusstseinsbildung und Risikokommunikation. „Wir haben aus den vergangenen Hochwasserereignissen unsere Lehren gezogen und durch eine Vielzahl von Maßnahmen das Hochwasserrisiko deutlich reduzieren können“, betont Bundesminister Andrä Rupprechter. „Derzeit arbeiten wir an einem Hochwasserrisiko-Managementplan, der alle Gebiete mit potenziellem Hochwasserrisiko umfassen wird. Die große Herausforderung liegt in einer besseren Einbindung der betroffenen Bevölkerung, um die Eigenvorsorge zu stärken. Im Schwerpunkt „Vorsorge Naturgefahren“ werden wir das deutlich kommunizieren“, so Rupprechter.

Besonders wichtig ist, dass die Maßnahmen an allen Flüssen optimal umgesetzt werden. „Wir haben aus den Hochwässern der letzten Jahre gelernt und die Maßnahmenumsetzung insbesondere entlang der Donau entscheidend verbessert“, unterstreicht Infrastrukturminister Alois Stöger.

Im Fall einer Hochwasserkatastrophe muss die Zusammenarbeit aller verantwortlichen Stellen perfekt funktionieren. „Die Bundesregierung hat bereits im Jahr 2009 eine Strategie für das Staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement, die 'SKKM-Strategie 2020', beschlossen", sagt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Diese Strategie wurde unter der Federführung des Innenministeriums gemeinsam mit den im Katastrophenfall zuständigen Bundes- und Landesstellen entwickelt und stellt ein wirkungsvolles Instrument zur Bewältigung von Naturkatastrophen dar. „Lässt sich eine Katastrophe nicht gänzlich verhindern, müssen wir in der Lage sein, rasch zu reagieren und den betroffenen Menschen rasche Hilfe zukommen lassen", so die Innenministerin.

Die vorliegende Studie zeigt auf, welche Fortschritte seit dem Hochwasser 2002 im Hochwassermanagement gemacht wurden und wo es noch Verbesserungspotenziale gibt. Handlungsbedarf orten die ExpertInnen in den nächsten Jahren bei der weiteren Implementierung des Hochwasserrisikomanagementplans und in der Forschung. „Integriertes Hochwasserrisikomanagement ist ein Gebot der Stunde. Durch den Klimawandel müssen wir künftig mit einer Zunahme der Extremwetterereignisse rechnen“, erklärt Georg Rebernig, Geschäftsführer im Umweltbundesamt. „Um auf diese Ereignisse vorbereitet zu sein und Schäden zu minimieren, braucht es weiterhin Projekte wie FloodRisk.“

FloodRisk-E wurde wie die vorangegangenen Studien unter der administrativen Leitung des Umweltbundesamtes und der fachlichen Leitung der Universität für Bodenkultur Wien sowie der Technischen Universität Wien durchgeführt und von BMLFUW, BMVIT und dem Bundesministerium für Inneres unterstützt.

Die Syntheseberichte sind unter www.umweltbundesamt.at/floodrisk abrufbar.

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