Bild: © BirdLife/Limberger - Kiebitzküken - Schutzmaßnahmen: "Kiebitz-Inseln", temporäre Stillegungsflächen auf feuchten Acker-und Wiesensutten wirken besonders positiv

Bild: © BirdLife/Limberger - Kiebitzküken - Schutzmaßnahmen: "Kiebitz-Inseln", temporäre Stillegungsflächen auf feuchten Acker-und Wiesensutten wirken besonders positiv

Österreichs Feldvögel weiter im Sinkflug

6.1.2016
Neue Feldvogelbroschüre von Birdlife informiert, wie Landwirte seltene Vogelarten besser schützen können

Wien - In Österreich beschleunigt sich das dramatische Aussterben von Rebhuhn und Co. weiter. Alle der Vogelschutzorganisation BirdLife jetzt zu Jahresende vorliegenden Daten zeigen, dass der Sinkflug der österreichischen Feldvögel auch 2015 angehalten hat: Der seltene Ortolan ist dieses Jahr ausgestorben. Der bundesweite Farmland Bird Index zeigt einen Rückgang der häufigsten Feldvögel von minus 42% schon seit 1998 auf. Wenn die Agar-Umweltmaßnahmen nicht rasch und besser auf die Lebensraumansprüche von noch häufigen Arten wie Rebhuhn, Feldlerche und Kiebitz eingestellt werden, sieht Österreich bald einem stummen Frühjahr entgegen. Um die heimischen Landwirte über ihre aktuellen Möglichkeiten zu informieren, wie sie Rebhuhn & Co. in der Praxis helfen können, veröffentlicht BirdLife jetzt eine neue Feldvogelbroschüre.

„Der von der BirdLife erhobene, aktuelle Farmland Bird Index Österreichs belegt alarmierende Verluste bei den bislang weit verbreiteten Vögeln: Bei Rebhuhn, Wachtel, Kiebitz, Mehlschwalbe, Girlitz etc. sind das in Summe minus 42% seit 1998, so Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich. Das ehemals bundesweit verbreitete Rebhuhn ist in Vorarlberg bereits völlig ausgestorben, in Kärnten und der Steiermark steht es nach dramatischen Bestandseinbrüchen kurz davor. „Ohne ein entschiedenes Gegensteuern, wie z. B. bei der Großtrappe in Niederösterreich und im Burgenland in den letzten Förderperioden geschehen, wird es absehbar, dass Österreich bald nicht nur seine derzeit seltensten Brutvögel wie Ortolan oder Blauracke ganz verliert, sondern dass auch die bereits stark rückläufigen Arten wie Kiebitz, Wiedehopf, Braunkehlchen und Wiesenpieper an den Rand des Aussterbens gedrängt werden“, warnt Pfiffinger.
Landwirtschaft: Entscheidender Einflussfaktor auf Feldvögel

Obwohl auch andere Faktoren auf die Feldvögel wirken, wie Klimaveränderungen oder Verschlechterungen in Überwinterungsgebieten, stellt die jahrzehntelang andauernde Intensivierung der Landwirtschaft zweifellos den zentralen Einflussfaktor für diese zunehmend bedrohten Vogelarten dar. Das neue, durch die EU geförderte österreichische Agrar-Umweltprogramm bietet, trotz einiger Schwächen, zahlreiche Förderansätze, die Landwirte in den kommenden Jahren dazu nützen können, ihre Landwirtschaftspraxis so zu gestalten, dass wieder mehr Lebensräume für Rebhuhn, Feldlerche und Kiebitz gezielt entstehen. Beispiele dafür sind neue, artgerechte Blühstreifen, Ackerstillegungen als zusätzliche Nahrungs- und Ruheräume oder späte Mahd von Brutwiesen etc.
BirdLife präsentiert Feldvogelbroschüre: Motivation für Landwirte effektive Flächenmaßnahmen bis Mai 2016 zu beantragen

Mit den neuen ÖPUL-Herbstanträgen haben die Landwirte diesen Herbst grob ihre Weichen dafür festgelegt, wie naturverträglich sie bis 2020 wirtschaften wollen bzw. welche EU-Fördermittel sie dafür in Anspruch nehmen. Bis Mai 2016 haben sie jetzt Zeit, konkrete Flächenmaßnahmen festzulegen. Für die Lebensräume der Feldvogel ist dies der entscheidende Einflussfaktor. BirdLife legt dazu jetzt zeitgerecht eine neue Feldvogelbroschüre vor, die Bauern, Berater und Interessierte über die Möglichkeiten informiert, für Rebhuhn & Co. aktiv zu werden.

Artikel teilen: GastautorIn: Mag. Bettina Klöpzig für oekonews.
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