© Land NÖ- Besuch bei der Stromboje
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Die Strombojen sind marktreif- nun sollten sie öfter schwimmen

Wirtschaftsminister Mitterlehner und NÖ. LR Pernkopf besichtigen Stromboje in der Wachau

© oekonews
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© Aqua Libre - Strom-Boje 3
© Aqua Libre - Strom-Boje 3
© Fritz Mondl
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Joching- Nur eine kleine Finne ist von oben im fließenden Wasser zu sehen. Wie ein Wal schwimmt die faszinierende Stromboje dahin. Strombojen sind technische Wunderwerke, sie nutzen die Kraft des Wassers und erzeugen dabei auf umwelt- und landschaftsschonende Weise Energie. Die ersten Prototypen der genialen österreichischen Innovation werden derzeit in der Wachau getestet. Wirtschafts- und Energieminister Dr. Reinhold Mitterlehner und Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf besuchten mit weiteren Gästen, darunter EVN-Vorstandssprecher Dr. Peter Layr und mehrere Bürgermeister, die Versuchsanlage der neuen Stromboje bei Joching und überzeugten sich von der Marktreife der neuen Technik.

Erfunden hat sie ein Niederösterreicher: Fritz Mondl, Geschäftsführer von Aqua Libre Energieentwicklungs GmbH, meldete das österreichische Patent für Strombojen im Jahr 2004 an. Bei der Entwicklung der neuen Technik unterstützten ihn seine beiden Aqualibre-Partner Harald Jursitzky und Richard Mayerhofer und brachten ihr Know-How ebenfalls mit ein.

"Günstige Energie ist für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen inzwischen fast so wichtig wie die Löhne und Gehälter. Daher müssen wir die erneuerbare Technologie weiter ausbauen. Fritz Mondl leistet als Pionier mit der Stromboje dazu einen wichtigen Beitrag. Unser Ziel ist es, in ein paar Jahren 80 Prozent unseres Stroms aus Wasserkraft, Wind, Fotovoltaik und Biomasse zu erzeugen’, betonte Wirtschafsminister Mitterlehner.

Die Stromboje bei Joching hat eine Leistung von 70 Kilowatt und kann 100 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Landesrat Pernkopf ist begeistert: ‘Diese Erfindung zeigt ein Mal mehr, dass aus Niederösterreich auch viel Innovationskraft hervorgeht. Nur so können wir die Energiewende schaffen und ich hoffe, dass die Stromboje ein Exportschlager wird.’

Tatsächlich gäbe es bereits viele Anfragen aus dem Ausland, bestätigt Mondl: ‘Die Stromboje ist reif für den Markt.’ Insbesondere für größere Flüsse stellt das Projekt eine Alternative zu herkömmlichen Wasserkraftnutzungen dar, mit denen oft ein hohes Maß an Verbauung einhergeht. Bei entsprechender Serienreife und niedrigem Wartungsbedarf könnte das Produkt Stromboje auch in entlegenen Gebieten in Schwellen- und Entwicklungsländern einen wertvollen Beitrag zu einer regionalen bzw. lokalen Elektrizitätsversorgung leisten.

Woran es derzeit noch scheitert? Die behördlichen Bewilligungen für einen Einsatz weiterer Strombojen müssen erst gegeben werden. Wie wir am Rande der Veranstaltung hörten, liegt ein Antrag derzeit im Lebensministerium. Da kann man nur hoffen, dass es rasch geht, damit diese geniale Innovation rasch häufiger zur Stromerzeugung eingesetzt werden kann. Es gibt sicher kein umweltfreundliches Wasserkraftwerk als die Stromboje.

Aqualibre


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