Nur ein Carsharing-Auto ersetzt bis zu acht private Pkw
12.6.2012Zahl der Carsharing-Nutzer kann sich in Österreich auf 120.000 verzehnfachen - Carsharing unter 12.000 Jahreskilometer billiger als eigener Pkw
Wien - Pkw stehen im Schnitt 23 Stunden am Tag und verbrauchen Platz. Ein gemeinsam genutztes Auto ersetzt bis zu acht private Pkw, macht der VCÖ aufmerksam. Derzeit nutzen rund 12.000 Österreicherinnen und Österreicher Carsharing. Mit einem vergleichbaren Angebot wie in der Schweiz kann die Zahl der Carsharing-Nutzer in Österreich auf rund 120.000 erhöht werden. Carsharing Angeboten, wie dem gerade gestarteten autoshare.at sowie Denzel und Emil gehört die Zukunft.
Nur eine Stunde am Tag ist ein Auto im Schnitt in Betrieb. Die restlichen 23 Stunden steht es meist im öffentlichen Straßenraum und verbraucht Platz. "Autos sind zu 95 Prozent des Tages nicht Fahr-, sondern Stehzeuge. Gerade in den Städten ist der Platz sehr knapp. Eine Zunahme der Flächen für Autos geht auf Kosten des Platzes für Menschen", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.
In Österreichs Landeshauptstädten gab es im Jahr 2011 insgesamt 1,18 Millionen Pkw. Um rund 42.000 Pkw mehr als noch im Jahr 2007. "Mit Ausnahme von Wien und Graz, wächst in den Landeshauptstädten die Zahl der Autos stärker als die Bevölkerung. Jedes zusätzliche Auto erhöht die Platz- und Stauprobleme in den Ballungszentren. Carsharing, also das gemeinsame Nutzen von Autos, bringt einen großen Nutzen. Denn ein Carsharing Auto ersetzt bis zu acht private Pkw", verweist Gansterer auf die Platzersparnis.
Carsharing ist günstiger als der Besitz eines eigenen Pkw wenn, die jährliche Fahrleistung unter 12.000 Kilometer liegt. Für den Besitz eines Kompaktwagens (z.B. Hyundai i30) sind neben den hohen Treibstoffkosten pro Jahr rund 6.000 Euro für Wartung und Wertverlust zu veranschlagen. Im Vergleich dazu liegen die Gesamtkosten für Carsharing eines Kompaktwagens bei jährlichen 6.000 Kilometer bei lediglich rund 3.600 Euro. "Viele vergessen, dass die Treibstoffkosten nur etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten für einen Neuwagen ausmachen. Beim Carsharing werden die Vollkosten pro Kilometer verrechnet und sind damit klar nachvollziehbar", so Gansterer.
Carsharing hat in Österreich ein großes Wachstumspotenzial, betont der VCÖ. Derzeit nutzen österreichweit rund 12.000 Personen Carsharing, davon rund 8.000 in Wien. Der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich beim Carsharing noch einiges aufholen kann. So gibt es in der Schweiz rund 100.000 Carsharing Nutzer. Der Kfz-Bestand in der Schweiz wurde durch Carsharing um 20.000 Pkw verringert.
"Carsharing bringt einen bewussten Umgang mit dem Auto. Das Auto wird nur dann genutzt, wenn es wirklich gebraucht wird. Und die Größe des Autos kann auf den Zweck der Fahrt abgestimmt werden. Einmal reicht ein Smart, ein anderes Mal braucht es einen Kombi", so Gansterer. In Österreich nutzen Personen, die vom eigenen Pkw auf Carsharing umsteigen, das Auto um die Hälfte weniger. 43 Prozent der Umsteigenden fahren häufiger mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, betont der VCÖ.
"Der Trend in den Städten geht klar in Richtung Auto nutzen statt besitzen. Jedes zusätzliche Angebot, das diesen Trend unterstützt und den Privatbesitz eines Autos unnötig macht, ist aus unserer Sicht zu begrüßen", so Gansterer.
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