Öko-Energietechnik-Student entwickelt neuartige Hybrid-Solarkollektoren in Australien
3.5.2012Kombinierte thermische und elektrische Sonnenkollektoren – sogenannte Hybrid-Solarkollektoren – werden derzeit noch kaum produziert und installiert.
Grund dafür ist, dass die Photovoltaikzelle eine kühle Umgebung braucht - beim thermischen Sonnenkollektor soll es hingegen so heiß wie möglich sein. Das ließ sich bisher nur schlecht kombinieren. Der Welser Öko-Energietechnik-Student Alois Resch hat sich nun in seiner Masterarbeit an der renommierten Australian National University ANU mit den Hybrid-Kollektoren befasst, deren Leistung um 15 Prozent gesteigert und sie für Hausdächer tauglich gemacht.
Konzentrierende Hybrid-Solarkollektoren funktionieren nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Daher können sie nur in südlichen Ländern, wie etwa in Spanien, Marokko oder Australien betrieben werden. Der aus der Gemeinde Sonntagberg im Mostviertel stammende Alois Resch arbeitete im vergangenen Wintersemester in einem großen internationalen Forschungsprojekt an der ANU in Canberra zur Effizienzsteigerung von Hybrid-Solarkollektoren und verfasste darüber seine Masterarbeit.
Sonnenlicht aufspalten
Mit Hilfe eines neuartigen Verfahrens - dem sogenannten „Spectral Splitting“ – konnte das aus internationalen Forschern bestehende Team die thermische und elektrische Leistung des Hybridkollektors um 15 Prozent steigern. „Dabei spalten wir das Sonnenlicht in die Spektralfarben auf. Den Teil des Lichts, den die Photovoltaik gut verarbeiten kann, teilen wir der Photovoltaikzelle zu. Den Rest des Lichts verwenden wir für die thermische Verwertung“, so der 32-jährige Masterstudent. Somit hat sowohl der thermische als auch der elektrische Sonnenkollektor ideale Rahmenbedingungen bei optimaler Temperatur.
Kollektoren gehen 2014 in Serie
Alois Resch entwickelte und baute an der ANU in Canberra bei bester Sonneneinstrahlung einen Prototyp dieses konzentrierenden Hybrid-Sonnenkollektors auf. „Wichtig dabei war, dass alle Parameter einstellbar blieben, um notwendige Änderungen rasch durchführen zu können“, so der Hobby-Musiker, der neben seiner Forschungsarbeit auch im Universitäts-Chor mitwirkte. Alois Resch konnte seinem Team vielversprechende Testergebnisse übergeben. „Die Hybridkollektoren werden höchstwahrscheinlich schon 2014 in Serie gehen können“, freut sich Resch.
International anerkannt
Die Forscherkollegen waren von seiner Arbeit so angetan, dass sie ihm sogar eine Dissertationsstelle in Aussicht gestellt haben. „Es ist schön zu sehen, dass wir mit unserer Welser FH-Ausbildung international geschätzt werden – sowohl im theoretischen als auch im praktischen Bereich“, so Resch.
Von Offenheit beeindruckt
Begeistert war der Öko-Energietechniker auch von der Lebenseinstellung der Australier: „Die Offenheit und Lebensfreude ist für einen Europäer beeindruckend.“ Nach seinem 4-monatigen Aufenthalt ist er nun wieder zurückgekehrt und arbeitet bereits im nächsten Praktikum beim Austria Solar Innovation Center in Wels.
Alois Resch hat nach Abschluss der HTL Waidhofen/Ybbs sieben Jahre im Bereich Fahrzeugelektronik für Bosch in Wien gearbeitet. Im Alter von 27 Jahren hat er aus Interesse das Öko-Energietechnik-Studium begonnen. Nun steht er kurz vor seinem Abschluss.
„Dieses Auslandspraktikum in Australien war extrem interessant und äußerst lehrreich. Obwohl der neue Hybridkollektor in unseren Breiten schwer einsetzbar sein wird, konnte ich im Laufe dieses Projektes sehr viel Erfahrung im Bereich der Solarthermie und Photovoltaik sammeln, die ich nach meinem Studienabschluss auch sicherlich in Österreich gut anwenden kann“, resümiert Alois Resch.
Nähere Infos zum Öko-Energietechnik-Studium an der FH OÖ Fakultät für Technik und Umweltwissenschaften finden Sie unter www.fh-ooe.at/oet
Artikel teilen:
Artikel Online geschalten von: / holler /
Artikel senden Artikel drucken





