Bild: © Michael Sigmund

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Aufkeimende Proteste

9.12.2010
Kundgebung in St. Pölten am Fr, 10. Dezember 2010 gegen verfehlte Verkehrspolitik

Mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 wird der Personentransport der Bahn pro Jahr österreichweit um unglaubliche 1,8 Millionen Zug-Streckenkilometer geschrumpft. Das entspricht einer Eisenbahnfahrt, die 45mal um die Erde führt. Zwischen Graz und Linz, also der zweit- und drittgrößten Stadt Österreichs, wird es keine direkten Intercity-Züge mehr geben. Fahrpläne werden ausgedünnt, Strecken stillgelegt.

Die ÖBB-Rail-Cargo wird außerdem österreichweit 135 der 540 Güterverladestellen auflassen oder nur gegen hohe Tarife weiter betreiben. Zahlreiche Anschlussbahnen, die Fabriken mit dem Eisenbahnnetz verknüpfen, sollen stillgelegt werden. Experten rechnen mit jährlich mehr als 400.000 zusätzlichen LKW-Fahrten.

Lange haben Fahrgäste und andere Betroffene verärgert geschwiegen, doch nun regen sich immer mehr Proteste in verschiedenen Bundesländern.

Protestkundgebung am Freitag

Morgen, am 10. Dezember 2010, versammeln sich beispielsweise Fahrgäste, Umweltinitiativen und Gemeinden ab 12 Uhr in St. Pölten zu einer Großkundgebung. Ort ist der „Gewerkschaftsplatz“ an der Rückseite des dortigen Hauptbahnhofes. Niederösterreich ist ja von den Verschlechterungen im Bahnverkehr am stärksten betroffen.

Die Kundgebung richtet sich GEGEN

die Verschlechterung der Fahrpläne bei Bahn und Bus
den Rückzug der ÖBB aus manchen Städteverbindungen (zB Linz-Graz, ab Juni 2011 auch Ennstal)
den Kahlschlag bei den NÖ Regionalbahnen (zB Wachau, Ybbstal, Thayatal)
das Zubetonieren Österreichs durch Autobahnen und Schnellstraßen
die Unfähigkeit oder den Unwillen der Bundesregierung und der Länder, den Öffentlichen Verkehr auf eine gesicherte finanzielle Basis zu stellen

Die Kundgebung FORDERT

einen attraktiven „Österreich-Takt 2014“ als Grundangebot für Bahn und Bus
den Ausbau von Bahnstrecken basierend NUR auf diesem Österreichtakt
Schnellzugverbindungen zwischen allen Landeshauptstädten
die Attraktivierung der Regionalbahnen als wirtschaftliche und kulturelle Lebensadern
ein Österreich-Ticket, gültig für alle Verkehrsmittel
eine Nahverkehrsmilliarde
die Zweckbindung der Mineralölsteuer-Erhöhung und Flugticket-Steuer für den Öffentlichen Verkehr
die Einführung einer Kerosin-Steuer für den Flugverkehr
eine flächendeckende LKW-Maut und die Güterverlagerung auf die Bahn

Die Kundgebung wird von der Fahrgast-Organisation proBahn (www.probahn.at) organisiert und von vielen regionalen Initiativen, die vor Ort sein werden, unterstützt.


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Artikel teilen: GastautorIn: Gerd Maier für oekonews.
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