Verbundchef Wolfgang Anzengruber in Gespräch mit Volker Plass
7.2.2010Einige Auszüge - Intelligente Steuertechnik und Effizienzsteigerungen notwendig
Salzburg - Verbundgeneraldirektor Anzengruber war am Freitag auf Einladung der Grünen Wirtschaft in Salzburg. In Zukunft könnte der Stromverbrauch weit besser über den Tag verteilt werden. Waschmaschine oder Geschirrspüler würden sich beispielsweise nur dann einschalten, wenn mehr Strom vorhanden ist- intelligente Steuerungstechnik macht das möglich. Mit Hilfe dieser könnten Stromnetzbetrieber in Zukunft mitentscheiden, wo, wann, und wieviel Strom verbraucht wird, so Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber am Freitagabend "im Gespräch" mit Volker Plass, zu dem die Grüne Wirtschaft im Vorfeld der Wirtschaftskammerwahl eingeladen hatte.
Derzeit gibt es vor allem in der Früh oder am frühen Abend, wenn die Leute nach Hause kommen, die größten Spitzen- diese Spitzenlast abzudecken, wird schwieriger, vor allem, da auch der Verbrauch insgesamt steigt. Durch intelligente Zähler können selbstständig Elektrogeräte genau dann eingeschalten, wenn genug Strom dafür da ist, so Wolfgang Anzengruber. Es gebe schon Verbraucher, die dies derzeit mit einer Schaltuhr machen. "Es ist ja völlig egal, ob der Wäschetrockner nun fünf Minuten oder eine Stunde später los geht oder vielleicht länger trocknet oder die Waschmaschine untertags später wäscht." so Anzengruber. Dies sei ohne Qualitätsverlust heute schon möglich.
"Genau genommen gab es das schon einmal: Die Wasserboiler wurden dereinst vom E-Werk geschaltet. Da war nur fest gelegt, dass zum Beispiel um sechs Uhr früh warmes Wasser verfügbar sein muss. Ähnliches hätte es früher bereits bei Wasserboilern gegeben, bei denen die Vorgabe war, um eine gewisse Zeit Warmwasser zu haben.
Mit intelligenten Netzen wäre es möglich, bereits vorhandene Kraftwerkskapazitäten weit besser auszunützen. Diese Effizienzsteigerung sei nötig, da der Anteil des Stroms am Gesamtenergieverbrauch zunehme werde, so Anzengruber.
Ähnlich sieht dies auch Volker Plass, der Bundesvorsitzende der Grünen Wirtschaft. Er meint weiter: "Fossile Energieträger werden rasch einbrechen, schneller als es von vielen erwartet wird. Es ist zu befürchten, dass die Mobilisierung der erneuerbaren Energieträger schwieriger sein wird, als bisher vermutet wird."
Die Umrüstung des Stromnetze wird Gesamtkosten von rund 1,5 Milliarden Euro ergeben, denn die Installation eines einzigen intelligenten Stromzählers kostet rund 1.900 Euro. Der Verbund will auch auf einen Ausbau von Wasserkraft und Windkraft setzen, so Anzengruber.
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GastautorIn: CD für oekonews.
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