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Pressekonferenz "Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit"
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Kindergesundheit braucht Unterstützung

28.1.2010
Kinder sind das wichtigste Gut für eine Gesellschaft. Daher gilt: Kindergesundheitspolitik ist Zukunftspolitik!

Oft wird behauptet, Österreich habe das beste Gesundheitssystem der Welt - Für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen gilt dies nicht. Sowohl in der OECD-Studie 2009 als auch in jener der UNICEF 2010 liegt Österreich, die Gesundheitsdaten von Kindern und Jugendlichen betreffend, an der letzten Stelle aller EU-Länder. Alkohol-, Tabak-Missbrauch, Mobbing in der Schule und Suizid- all das auch bei Kindern- und Österreich ist dabei leider ganz vorn, so ist im ersten Bericht der Kinder- und Jugendliga Österreich nachzulesen.

Die Erkrankungsrisiken und Gesundheitsbedrohungen für Kinder- und Jugendliche haben sich v.a. durch den Wandel der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten fundamental verändert. Die „Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit“ will daher das Bewusstsein über den Wert der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft stärken und die politische Verantwortung deutlich machen.

„Aus der Sicht von betroffenen Familien gibt es oft eine Zweiklassenmedizin - Kinder mit seltenen chronischen Erkrankungen und Behinderungen, Kinder aus armen sozialen Verhältnissen und Kinder von MigrantInnen und AsylwerberInnen kommen kaum zu den ihnen zustehenden Gesundheitsleistungen. Im Bereich der Pflegegeldeinstufung ist noch sehr viel zu tun, eine jährliche Valorisierung und eine gerechte Einstufung gibt es noch nicht. Die Betreuung und echte Integration von chronisch kranken und behinderten Kindern in Kindergärten, Schulen usw. ist ein Muss. Die Gleichstellung behinderter und nicht behinderter Kinder ist noch nicht vollzogen.“, so Mag. pharm. Dr. Irene Promussas, Mutter eines behinderten Kindes.

Beispielsweise gibt in Österreich keine umfassende und zentrale Datenerfassung im Bereich der psychischen Erkrankungen von Jugendlichen und Kindern, man muss auf internationale und europäische Studien zurückgreifen.

Aber auch in anderen Bereichen muss gehandelt werden: Rund 15 bis 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Europa leiden an krankheitswertigen psychischen Störungen. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass das Gros dieser psychischen Erkrankungen durch Psychotherapie und psychosoziale Maßnahmen erfolgreich behandelbar ist.

Wilhelm Kaulfersch, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, forderte ein weit besseres Gesundheitssystem für Kinder und Jugendliche, denn die Versäumnisse könnten später nicht mehr nachgeholt werden. Derzeit sind rund 20 Prozent der Bevölkerung Kinder und Jugendliche, von den Gesundheitsausgaben fallen nur sieben Prozent auf diese Gruppe, meint Klaus Vavrik.

Ein weiteres Beispiel: Eine Klärung der Zuständigkeiten von Finanzierungen bei behinderten Kindern und Jugendlichen ist notwendig. Durch die unterschiedliche Handhabung in den Bundesländern und je nach Versicherung werden behinderte Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern zu Bittstellern für Leistungen, die ihnen zustehen.

Therapie für Kinder und Jugendliche kann kein Luxus sein, sondern muss als Recht auf die bestmögliche Entwicklung gesehen werden, sind sich Ergotherapeuthen, Ärzte, Eltern und Psychotherapeuten einig. Unser Gesundheitssystem ist hier falsch, da es rein auf Erwachsene zugeschnitten ist. Auf Kinder wird vergessen, vielleicht auch, weil sie keine Lobby haben oder keine Wähler sind. Es muss gehandelt werden.

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GastautorIn: W.Pucher für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /

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