Video: Knoflacher-Vortrag: Konsequente Verkehrspolitik gefordert
2.11.2009Präsentation von Prof. Dr. Hermann Knoflacher bei der Agenda 21, Wien Alsergrund. Wann werden weitere Schritte gesetzt? Zwischen 200 und 300 Euro pro Auto müsste z.B. das Parken pro Monat im 9. Bezirk kosten
Knoflacher stellte bei seinem Vortrag (siehe Videos am Ende der Seite) u.a. dar, dass nach 30 Jahren immer noch nicht das volle Konzept zur Fußgängerzone im ersten Bezirk umgesetzt wurde. Bisher wurde nur die Phase 1 umgesetzt. Die Vertreter aus der Politik scheuten bisher die Phase 2 umzusetzen.
Da Wien aber im internationalen Wettbewerb mit anderen Weltstädten steht, müssen demnächst allerdings Impulse zur weiteren Umgestaltung der Stadt Wien zur einer menschengerechten Stadt erfolgen. Seiner Aufzeichnungen zufolge existieren weltweit betrachtet derzeit in kleineren Städten viel größere Fußgängerzonen als in Wien.
Angesichts begrenzter Ressourcen sowie des Klimawandels, ist es verantwortungslos neue Autobahnen oder Tunnel (z.B. den Lobautunnel) zu bauen. Als positives Beispiel nannte er zum Beispiel die koreanische Stadt Seoul, wo der Bürgermeister eine Autobahn in der Stadt abreißen ließ, den öffentlichen Verkehr ausbauten und den Platz der Straße zum Wohle der Menschen umgestaltete und den Fluß „Cheonggye“ wieder zum Leben erweckte.
Knoflacher verwies auf die Möglichkeiten der Agenda 21 und, dass BürgerInnen gefragt sind ihr Wohnumfeld zu ihrem Wohle sowie unter den Gesichtspunkten schwindender Ressourcen umzugestalten. PolitikerInnen fehlt derzeit leider der Mut dazu. Allerdings, so die Auffassung von Knoflacher, könnten gemeinsam agierende BürgerInnen innerhalb von Agenda 21 Gruppen zu positiven Veränderungen beitragen.
Um Ideen zur Umgestaltung zu entwickeln sollten BürgerInnen z.B. sich an alten Fotos von Wiener Straßen ohne Autos orientieren, um entsprechende Konzepte zu autofreien Grätzel zu entwickeln. Parallel dazu sollte man auch Konzepte aus den 1970er Jahren für einzelne Bezirke verwenden. Dazu zählt z.B. auch ein Konzept für ein Radverkehrsnetz in Wien.
Angesichts aktueller Diskussionen teilte Knoflacher mit, dass Radfahrer langfristig zu lasten der Autos auf die Straße gehören. In Sachen Parken meinte er, dass es kein Parkplatzproblem gibt. Es gibt nur eine Reihe von Menschen, die nicht genug für den Parkplatz zahlen wollen.
Parken viel zu günstig
Zwischen 200 und 300 Euro pro Auto müsste z.B. das Parken pro Monat im 09. Bezirk kosten. Im ersten wären dies bis 500 Euro pro Monat.Autos sollten dauerhaft in Sammelgaragen parken, die in vergleichbaren Abständen erreichtet werden, wie öffentliche Verkehrsmittel erreichbar sind. Parallel dazu müssen freiwerdende Fläche im Sinne menschengerechter Städte umgestaltet werden (Spielplätze, Platz für soziale Kontakte,...,) und Alternativen zum privaten Auto ausgebaut werden.
Mit der Umgestaltung werden die Grätzel auch wieder für die Nahversorgung attraktiver. Autos können nach wie vor sowie selbstverständlich vor dem Gebäude be- und entladen werden.
Inklusive Autofahrten der Geschäftsleute fahren pro Tag über 3000 Lieferfahrzeuge pro Tag in die Fußgängerzone des ersten Bezirks.
Video-Mitschnitt
Da Youtube eine Längen-Begrenzung der einzelnen Videos hat, wurden die Videos aufgeteilt:Teil 1:
Teil 2:
Teil 3:
Teil 4:
Teil 5:
Teil 6:
Teil 7:
Teil 8:
Teil 9:
Teil 10:
Teil 11:
Teil 12:
Linktipps:
Hermann Knoflacher: Virus Auto. Die Geschichte einer Zerstörungwww.oekonews.at/wienvirtuell
http://english.seoul.go.kr/cav/att/chenggye.php
http://english.seoul.go.kr/gtk/news/news_view.php?idx=333
http://english.seoul.go.kr/gtk/news/news_view.php?idx=300
http://english.seoul.go.kr/gtk/about/nature.php?pidx=2&sub=2
http://english.seoul.go.kr/cav/att/walking2B.php?pidx=1
http://english.seoul.go.kr/cav/att/walking2A.php?pidx=1
www.streetfilms.org
Videotechnik by Gerd Maier
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LeserInnen-Kommentare:
Echt gut!
Wirklich interessant- ein herzliches Danke dafür!Kommentar von: solartante am 2.11.2009 um 13:52 Uhr
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immer dasselbe
einerseits: Knoflacher ist einer der wenigen Verkehrsplaner, der sich offen gegen autofixierte Verkehrsplanung aussprechen. andererseits: er sagt seit 30 Jahren immer dasselbe, weitgehend ohne Wirkung, und ist mit den anderen Kräften, die auf eine Abkehr von autofixierter Verkehrsplanung kämpfen, schlecht vernetzt. Im Grunde redet er bei allen seinen Auftritten nur von sich selbst. Seine Ansichten zu Radverkehrsplanung schliesslich zeigen, dass auch er in seinem Denken nicht wirklich fortschrittlich ist: Es geht nicht um "kurze Stücke von Radwegen", sondern darum, das Fahrrad in Wien endlich wieder auf die Fahrbahnen zu bringen, am wichtigsten wäre das am Ring. Es geht auch nicht um "mehr Fussgängerzonen", sondern eine Verkehrspolitik, die endlich das wirkliche Stiefkind der Wiener Verkehrsplanung aus der Versenkung holt: Das Fahrrad. Mit der FUZO in der City wurden nicht nur die Autos dort verbannt, sondern auch die Fahrräder. Die Konzentration auf die "FUZO-Insel" City ohne flächendeckende Verkehrsberuhigung rundherum, ist ein Sackgassenkonzept. Leider erkennt das K. nicht, sondern brüstet sich damit, dass rund um die City jetzt hohe Geschwindigkeiten möglich sind, zb am Ring.. ("früher 1.6km/h, jetzt 16km/h, am Ring sogar mehr..) ein Trauerspiel.Kommentar von: aaronthebaron am 3.11.2009 um 10:25 Uhr
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GastautorIn: Rene Wabel für oekonews.
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