Erstes Wasserstoff-Wind-Biogas-Hybridkraftwerk entsteht
22.4.2009Zukunftsweisendes Projekt setzt Gesamtkonzept für sichere und nachhaltige Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien um
Prenzlau/Dauerthal - Bundeskanzlerin Angela Merkel legte gestern den Grundstein für das weltweit erste industrielle Hybridkraftwerk. Mit dem Projekt wird ein Gesamtkonzept für die sichere und nachhaltige Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien praktisch umgesetzt. Das Kraftwerk gleicht die Energieerzeugung verschiedener erneuerbarer Energiequellen an den schwankenden Abnahmebedarf von Verbrauchern an. Dafür sorgt ein neuartiges Zusammenspiel von Windenergie, Biogas und CO2-frei hergestelltem Wasserstoff, der als Speichermedium und Energieträger dient. Die Gesamtinvestitionen für alle am Vorhaben beteiligten Anlagenteile betragen über 21 Mio. Euro. Entwickelt und gebaut wird das Kraftwerk von der ENERTRAG Aktiengesellschaft aus der Uckermark, einem der führenden europäischen Windkraftunternehmen. Technologiepartner sind die FH Stralsund, die TU Braunschweig, die BTU Cottbus, Total Deutschland GmbH und der Deutsche Wasserstoff-Verband.
"Zukunftsweisendes Projekt"
"Es freut mich, dass ein Unternehmen aus der Uckermark dieses zukunftsweisende Projekt eines vernetzten Kraftwerkes entwickelt hat. Für eine sichere und klimaverträgliche Energieversorgung wird das Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien und Energiespeichern von entscheidender Bedeutung sein. Für die Herausforderung einer bedarfsgerechten Einspeisung von Erneuerbaren Energien hat die ENERTRAG AG mit dem Hybridkraftwerk eine innovative Lösung gefunden", so die Bundeskanzlerin.Ministerpräsident Platzeck: "Hybrid-Technologie bringt Brandenburg voran"
"Die neue Hybrid-Technologie wird für die Energiebranche ein großer Fortschritt sein und Brandenburg als Energieland und als Ort innovativer Lösungen weiter voranbringen. Mit dem entstehenden Kraftwerk wird eine sichere und nachhaltige Versorgung aus Windenergie möglich, indem durch die Zwischenspeicherung des Windstroms eine vom schwankenden Windangebot unabhängige und planbare Leistungseinspeisung in das Stromnetz ermöglicht wird. Diese Innovation aus Brandenburg hat beste Aussichten, über unsere Landesgrenzen hinaus zum Erfolgsmodell zu werden", kommentiert Matthias Platzeck das ENERTRAG-Projekt.
Das ENERTRAG-Hybridkraftwerk unterscheidet sich wesentlich von anderen Forschungsprojekten, die bis heute das Zusammenspiel der unterschiedlichen Anlagenteile nur virtuell simuliert haben. ENERTRAG verbindet hingegen erstmalig die Windkraft-, Biogas- und Wasserstoffanlage physikalisch. Somit können reale Betriebserfahrungen und Auswirkungen auf das Übertragungsnetz gesammelt werden.
Die Stromerzeugung im ENERTRAG-Hybridkraftwerk übernehmen drei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 6.000 kW. Produzieren die Windkraftanlagen mehr Strom als aktuell nachgefragt wird, nutzt der 500kW-Elektrolyseur den nicht bedarfsgerecht erzeugten Strom zur Produktion von klimaneutralem Wasserstoff. Der Wasserstoff wird anschließend gespeichert. In windschwachen Zeiten oder bei besonders hohem Energiebedarf wird er mit dem vor Ort produzierten Biogas gemischt und in zwei Blockheizkraftwerken wieder in Strom und Wärme umgewandelt. Damit ist das Hybridkraftwerk in der Lage, unabhängig vom Windangebot Energie bedarfsgerecht zu liefern. Ein weiterer Vorteil des von der ENERTRAG gewählten Konzeptes ist es, dass bis zu 70% des in den Blockheizkraftwerken benötigten Biogases durch Wasserstoff ersetzt werden können. Auf diese Weise kann je nach Angebotssituation der Biomasse die Anlage optimiert werden.
Hybridkraftwerk sorgt für CO2-neutrale Mobilität
Jörg Müller, Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender der ENERTRAG Aktiengesellschaft, begründet das Engagement seines Unternehmens: "Mit unserem Hybridkraftwerk kann Windenergie auf wirtschaftliche Art und Weise gespeichert werden. Außerdem schließen wir die Lücke zwischen Erneuerbaren Energien und energieeffizienter Mobilität: Nur regenerativ erzeugter Wasserstoff ermöglicht nachhaltig eine wirtschaftliche CO2-neutrale Mobilität." Wird Wasserstoff hingegen mittels konventionell erzeugtem Strom oder aus fossilen Ressourcen hergestellt, entsteht bei seiner Herstellung CO2 in großem Umfang. Die CO2-Bilanz kann in diesem Fall sogar ungünstiger ausfallen, als bei Nutzung der fossilen Energieträger direkt in den jeweiligen Motoren.ENERTRAG-Vorstand Werner Diwald ergänzt: "Mit Erneuerbaren Energien hergestellter Wasserstoff ist nicht nur ein klimafreundlicher und ein flexibler Energieträger, er bietet in Verbindung mit dem konventionellen Erdgasnetz auch die beste Option zur Langzeitspeicherung großer Energiemengen aus erneuerbaren Energieanlagen. Das in Deutschland bestehende Erdgasnetz mit seinen Speichern könnte bereits jetzt Wasserstoff speichern, mit dem man 60% des jährlichen Stromverbrauchs in Deutschland erzeugen könnte. Damit ist auch widerlegt, dass eine großtechnische Speicherung der Windenergie volkswirtschaftlich nicht vertretbar wäre."
ENERTRAG erzeugt Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. Das unabhängige Energieunternehmen plant, errichtet und betreibt Anlagen zur Energieerzeugung, entwickelt Energietechnologien sowie Finanzprodukte und verfügt über ein umfangreiches Servicenetzwerk für Windkraftanlagen in Deutschland. Der Jahresumsatz beträgt rund 250 Millionen Euro, die gesamte Investitionssumme rund eine Milliarde Euro, derzeit sind rund 390 Menschen bei ENERTRAG beschäftigt.
LeserInnen-Kommentare:
Problematishes Hybridkraftwerk
1. Der Gesamtwirkungsgrad, incl. Windenergieanlage dürfte bei grob 0,15 liegen. Kein überzeugender Wert. 2. Das Argument der Entlastung des CO2-Klimahaushaltes ist falsch : Die wissenschaftlich fundierte Auffassung einiger tausend Physiker, Metereologen etc., dass die IPCC Theorie zur CO2 Frage falsch ist, wird sowohl von der IPCC wie auch den Politikern vollständig ignoriert. Die IPCC Berechnungen lassen sich thermodynamisch nicht nachvollziehen - entsprechende Hinweise werden von den IPCC "Experten" unter den Teppich gekehrt und nicht beantwortet. Nicht das CO2 ist für die Klimaveränderungverantwortlich, sondern der seit 250 Jahren exponentiell gestiegene Primärenergieverbrauch und damit die Entropieerhöhung der Erdatmosphäre. Nur ein Zahlenbeispiel: Der Primärenergieverbrauch auf der Welt ist seit 1750 bis heute von etwa 1 Exa-Joule auf 450 Exa-Joule gestiegen, praktisch durch Kohle/Öl und Gas. Der CO2 Anstieg belief sich im gleiche Zeitraum von rd. 250 ppm auf rd. 380 ppm. Thermodynamisch und physikalisch nicht erklärbare Diskrepanz. Eindeutig erklärbar dagegen durch Entropieberechnungen. Für Deteils siehe: "The World Energy Consumption Dictates the Earth Climate" http://ssrn.com/abstract=1092127 (kostenloser download des vollst. Artikels möglich) Good luck beim Nachdenken. Ben.Kommentar von: Ben am 22.4.2009 um 18:17 Uhr
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