Falsch: Atomstrom ist CO2-neutral
2.6.2008Richtig: Atomstrom verursacht, vom Uranabbau bis zur tatsächlichen Stromproduktion betrachtet, ähnlich viel CO2-Emissionen wie ein Erdgas-Blockheizkraftwerk.
Die Details:
Die miserablen CO2-Werte der Atomstromproduktion resultieren aus der Gesamtbetrachtung der aufgewendeten Energie: Im ersten Produktionsschritt wird extrem energieintensiv Uran aus Erzen gewonnen. Das Umwälzen von Tonnen Gesteins mit schweren Baumaschinen benötigt Unmengen durchwegs fossilen Treibstoffs: Neben CO2 werden bekanntermaßen auch weitere Treibhausgase frei.Danach muss das Uran bis zur Kernspaltungsfähigkeit aufbereitet werden, wozu Strom verwendet wird. Dieser Strom wird mit erheblichen CO2-Emissionen produziert. Danach sind noch die Emissionen des Baus eines Atomkraftwerkes und Transportenergien eingerechnet.
Das Ökologieinstitut Darmstadt hat mittels GEMIS-Methode einen Gesamtwert von 25 bis 50 g CO2 pro produzierte Kilowattstunde Atomstrom ermittelt. Das ist weitaus mehr als die Gesamtbilanz für Strom aus einem modernen Gas-Blockheizkraftwerk, das auf 23 g/kWh kommt. Insbesondere auch deshalb, weil die Abwärme von Atomreaktoren energetisch so gut wie nie genutzt wird, jedoch die Atmosphäre erhitzt und derart zur Meereserwärmung beiträgt, wodurch das im Wasser gebundene CO2 rascher entweicht.
Greenpeace Deutschland veröffentlichte 2005 einen Wert von 31 g CO2/kWh Atomstrom. Diverse internationale Studien sollen laut Junge Presse Berlin zusammengefasst einen Mittelwert von ca. 60g CO2/kWh ergeben (Quelle: Windblatt 05/2004).
Fazit:
Alleine schon wegen ihrer enorm hohen CO2-Gesamtbilanz muss die Atomstromproduktion sofort zu Grabe getragen werden. Denn eines ist sicher: Unserer Atmosphäre ist es egal, wo die CO2-Emissionen entstanden sind, die das Klima global aufheizen.Verwandte Artikel:
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Eine Initiative der Interessensvereinigung Energiewendewirtschaft IV EWW
LeserInnen-Kommentare:
Anteil des CO2 durch Erwärmung des Meerwassers/Sinnhaftigkeit von Atomkraft
Interessant wäre jetzt noch, ob das Freiweiwerden des CO2 durch Erwärmung des Meerwassers wirklich mitberechnet wurde, und wenn ja wie hoch dessen Anteil ist. Wenn nicht: kann Atomstrom eigentlich ja nicht billiger sein als der Strom der durch das Verbrennen von fossile Brennstoffen erzeugt wird. Weil: Das CO2 kann somit also nur noch durch Verbrennung von Gas oder Öl/Treibstoff(Transportenergie siehe Text) entstehen, das ja irgendwie bezahlt werden muss. Atomkraftwerke sind somit mehr als ein Schuss ins eigene Knie der Menschheit, denn es wird nicht nur eigentlich wertvolles Öl und Gas verschwendet, sondern sie stellen auch die Gefahr einen Gaus dar und produzieren Atommüll, der teuer und beschwerlich entsorgt/deponiert werden muss. Warum wertvolles Öl und Gas zur Stromerzeugung verbrennen, wenns auch einfach geht. Erneuerbare Energien sind die Zukunft!Kommentar von: Meschdt am 14.10.2008 um 17:51 Uhr
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Eigentlich ganz absurd,..
Eigentlich ists vollkommen absurd, wieso Atomstrom dann immer wieder als Klimaschutzmaßnahme auftaucht! Aber immerhin, weltweit ist der Atomstromanteil rückläufig. Warum setzt die Weltpolitik nicht endlich auf die solare Alternative?? Geht schneller, macht keine Abgase, leise und effizient.Kommentar von: solartante am 14.10.2008 um 22:18 Uhr
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GastautorIn: Dr. Fritz Binder-Krieglstein für oekonews.
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