Greenpeace: Minister Pröll muss sich jetzt in EU für PKW-CO2-Normen stark machen!
23.1.2007Autoindustrie rennt Sturm gegen geplante CO2-Normen für Neu-PKW in EU
Greenpeace erwartet sich von Umweltminister Josef Pröll, dass er Druck bei der EU-Kommission macht, um verbindliche Normen für die Reduktion von CO2 -Emissionen bei Autos zu erreichen. Trotz freiwilliger Vereinbarung mit der Autoindustrie von 1998 sind die Emissionen stark angestiegen. "Aus der Zunahme der Emissionen ist abzuleiten, was von solchen freiwilligen Vereinbahrungen zu halten ist: nämlich gar nichts. Minister Pröll muss jetzt aktiv werden - und den Vorschlag von Umweltkommissar Dimas zur verbindlichen Reduktion der Emissionen von PKW gegen die Angriffe von Industrie und Kommissar Verheugen verteidigen", betont Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof.
Nirgendwo steigen die CO2 -Emissionen so stark an wie im Verkehr: obwohl EU-weit in allen anderen Sektoren die Emissionen zurückgegangen sind, beträgt der Anstieg von 1990 bis 2004 im Verkehr 26 Prozent. "In Österreich beträgt dieser Anstieg sogar katastrophale 87,1 Prozent. Werden keine Maßnahmen gesetzt, dann ist damit zu rechnen, dass die Auto-Emissionen weiter ansteigen. Hiermit werden die Bemühungen der Klimapolitik völlig zunichte gemacht", so Westerhof.
Gemeinsam mit Industriekommissar Verheugen übt die die deutsche Autoindustrie derzeit in Brüssel massiven Druck aus, statt auf die von Umweltkommissar Dimas vorgeschlagenen verbindlichen Ziele weiterhin auf freiwilligen Vereinbarungen zu setzen. Insider in Bürssel sprechen vom heftigsten "Lobby-Angriff" der Industrie, den sie je erlebt haben. "Der Widerstand aus Deutschland ist bezeichnend für die Arroganz der Autoindustrie. Bereits bei der Feinstaubdebatte haben die deutschen Autohersteller gezeigt, dass sie den Kontakt mit der Realität verloren haben. Statt auf neue Anforderungen zu reagieren, schicken sie auch jetzt ihren Kommissar Verheugen ins Rennen, um in letzter Sekunde zu verhindern dass es zu Vorgaben kommt, die sie nicht erfüllen wollen. Wie gefährliche diese Arroganz sein kann, kann man aus Erfahrungen der US-Autoindustrie lernen."
Greenpeace begrüßt die Aussage des Obmannes der Europäischen Autoindustrie-Vereinigung ACEA, Ivan Hodac, der vorschlägt, europaweit eine CO2-Besteuerung einzuführen. "Diese Maßnahme würde dem Klimaschutz enormen Rückenwind geben. Wir vermuten aber, dass die Autoindustrie diese Forderung nur erhebt, weil es so schnell nicht zu CO2-Steuern kommen wird. Offenbar versucht sie damit, von verbindlichen CO2-Vorgaben für Autos abzulenken. Die von Kommissar Dimas vorgeschlagene Reduktion (120g/km bis 2012) reicht aber nicht aus, um den Klimawandel noch zu bremsen. Wir verlangen daher eine weitergehende Reduktion der Emissionen: 100 Gramm pro Kilometer als Norm für 2012. Auch eine Extra-Steuer für besondere Spritsäufer, wie etwa den VW-Touareg von Kommissionschef Barroso, macht Sinn, um so die Einführung von sparsamen Autos finanziell unterstützen zu können", schließt Westerhof.
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Weitere Infos: Greenpeace Österreich
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