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Klimaschutz durch erneuerbare Energien statt Atomrenaissance

7.11.2006
Greenpeace kritisiert Pro-Atomkurs der Internationalen Energieagentur

Anlässlich des für heute angekündigten Berichts der Internationalen Energieagentur (IEA) über die globale Energieentwicklung fordert Greenpeace die weltweite Festlegung von Ausbauzielen für erneuerbare Energien zur Reduktion von Treibhausgasen. "Gemeinsam mit einer gesteigerten Energieeffizienz sind diese Erneuerbarenziele der Schlüssel für eine saubere, sichere und nachhaltige Energieerzeugung", erklärt Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer. Sollten Klimaschutzziele ohne ausreichend ambitionierte Ausbauziele für erneuerbare Energien und Energieeffizienz vereinbart werden, droht eine Renaissance der Atomenergie, befürchten die Umweltschützer.

Nach im Vorfeld des Berichts bekannt gewordenen Informationen befürwortet die IEA einen weiteren Ausbau der Atomenergie. Der Anteil der Atomenergie am Gesamtenergieangebot von derzeit 3 Prozent und von 17 Prozent der Stromproduktion könnte sich weiter erhöhen. "Dies würde nicht nur Hunderte zusätzliche AKW zu den bereits bestehenden 450 bedeuten, sondern auch verlängerte Laufzeiten der gefährlichsten, meist älteren AKW", rechnet Mayer vor.

Es gebe keinerlei Grund, anzunehmen, dass Atomenergie eine sinnvolle Antwort auf die drängende Frage das Klimawandels sei. "Wie die IEA in früheren Berichten selbst bestätigt hat, ist Atomenergie unsicher, teuer und wird von der Bevölkerung weitgehend abgelehnt. Zusätzlich führt sie zur weiteren Verbreitung von Atomwaffen, etwa in den Iran oder nach Nordkorea, und produziert riesige Mengen an Atommüll", kritisert Mayer. Darüber hinaus käme der Ausbau der Atomenergie zu spät und wäre auch zu langsam, um einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können. Selbst die aus der Sicht der Atomindustrie optimistischen Szenarien des Atomkraftausbaus würden den Ausstoß von Treibhausgasen nicht rechtzeitig eindämmen können.

"Nicht zufällig nutzt die Atomindustrie regelmäßig internationale Klimaschutzkonferenzen, um Stimmung für das Auslaufmodell Kernenergie zu machen. Die EU, aber auch Österreich muss diesen Versuchen zur Wiederbelebung der Atomkraft durch verbindliche Ausbauziele für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zuvorkommen", fordert Mayer.

Bis 2020 sollten in der EU 25 Prozent der Gesamtenergie und 35 Prozent der Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen stammen.Österreich müsse bis 2035 zu 100 Prozent auf Strom aus Wind, Biomasse, Wasserkraft und Photovoltaik umsteigen und bis 2050 komplett aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas ausgestiegen sein. "Wer A sagt, muss auch B sagen. Alles andere sind leere Worte", verweist Mayer auf den untrennbaren Zusammenhang von Klimaschutz und erneuerbaren Energien.

Quelle: Greenpeace


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