Klimawandel: Es droht eine Weltwirtschaftskrise, wenn wir nicht reagieren
30.10.2006"Die Welt muss gemeinsam, entschlossen und rasch handeln" so der Wirtschaftswissenschaftler und Chefberater der britischen Regierung, Nicholas Stern
Kein Umweltschützer, sondern der einstige Weltbankökonom Nicholas Stern, als Berater der britischen Regierung, ist verantwortlich für eine rund 700 Seiten umfassenden Studie zum Klimaschutz, deren Zwischenergebnisse im Web veröffentlicht sind. Wenn man den Klimawandel zuwenig ernst nehme, so drohe eine Weltwirtschaftskrise, die auch das Ausmaß der Wirtschaftskrise der frühen 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts erreichen könnte. „Es gibt keine Wahl mehr zwischen dem Kampf gegen die Erderwärmung oder Wirtschaftswachstum. Die Vorteile entschlossenen und raschen Handelns überwiegen bei weitem die Kosten.", so Stern.
Sir Nicholas Stern sagte heute bei der Präsentation des Berichts: „Die Zusammenfassung des Berichts ist im wesentlichen optimistisch. Wir können die schlechtesten Auswirkungen der Klimaveränderung vermeiden, wenn wir jetzt handeln und gleichzeitig international handeln. Regierungen, die Wirtschaft und Einzelpersonen müssen zusammenarbeiten, um auf die Herausforderung zu reagieren. Starke, überlegte politische Entscheidungen durch Regierungen sind wesentlich, um zu Veränderungen zu motivieren. Aber die Aufgabe ist dringend. Die Verzögerung dieser Tätigkeit, um ein oder zwei Jahrzehnte bringt uns in Gefahr. Wir haben die Gelegenheit jetzt zu handeln und müssen dies tun.“
Gefordert wird außerdem eine gemeinsame und koordinierte Anstrengung von reichen und armen Ländern, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Die Industriestaaten sollen sich dabei verpflichten, bis 2050 den Ausstoß von Treibhausgasen massiv zu reduzieren.
Zwei Alternativen werden einander gegenüber gestellt: Entweder eine möglichst rasch zu startende globale Offensive gegen den Klimawandel, die rund 350 Milliarden Dollar kosten soll – oder kein Umlenken und als Folge eine verheerende Rezession mit Folgekosten von rund sieben Billionen Dollar.
Der britsche Premierminister Tony Blair hat in einer ersten Reaktion rasche politische Maßnahmen gefordert. “Die wissenschaftlichen Belege für einen Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen und dem Klimawandel sind einfach erdrückend", meinte Blair.
Zur Studie:
http://www.hm-treasury.gov.uk
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