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Gelebte Umsetzung eines „Lebenswerks“

"100% Erneuerbare Energie für uns"- Helden des Monats: Oskar und Brigitte Stöglehner aus Freistadt

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Oskar und Brigitte Stöglehner leben vor, wie erneuerbare Energie ein Leben beeinflussen kann. In Freistadt gilt Stadtrat Oskar Stöglehner als Motor für Erneuerbare Energieprojekte- sowohl in der Schule, deren Direktor er war, als auch in der Gemeinde. Oskar Stöglehner wurde deswegen auch mit dem ‘Energie Star 2006’ ausgezeichnet.

Bereits seit 1982 verfolgen Oskar und Brigitte Stöglehner konsequent ihr Ziel ‘Ökohaus’. Ihr Haus wurde, und das war damals ganz selten, bereits mit zweischaligem Mauerwerk gebaut, um Energie zu sparen, dann wurde ein Kachelofen eingebaut, um das Heizöl zu ersetzen. Im Garten erfolgte die Anlage eines kleinen Miscantusversuchsfelds, 1987 wurden die ersten 6m2 Solaranlage auf das Dach des Wohnhauses gesetzt, diese Anlage wurde später erweitert. Auch eine 2,7 KW Solarstromanlage wurde daneben montiert- das die Stöglehners 100% Ökostrom beziehen, ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Oskar Stöglehner war Mitinitiator des Windparks Spörbichl. Auch daran, dass die Gemeinde Freistadt ein Energiecontractingmodell umsetzt, war er ebenso wie am Projekt ‘Sanierung des Salzhofs’ als Gemeindevertreter beteiligt.

OEKONEWS: Wie sind sie auf all diese Ideen gekommen?

Oskar Stöglehner: Hier etwas zu tun, das war von Anfang an unsere Überzeugung.
Einfach umsetzen und damit zeigen, wie es geht, das ist der wahre Weg. Eine wichtige Rolle für das Umdenken hat die Energiekrise der 70-er Jahre gespielt. Dann war ich auch in Gleisdorf bei der AEE bei Veranstaltungen, von dort bin ich bestärkt und motiviert worden.

OEKONEWS: Wie ist das mit dem Miscantusfeld- wofür nützen Sie das?

Brigitte Stöglehner: Wir haben 250 m2 in unserem Garten, das wird jedes Jahr gehäckselt und das Hackgut in unserer Hackschnitzelheizung verwendet, bis zu 20% unseres Brennstoffs kommen so direkt aus unserem Garten. Das war lange bevor andere das aufgegriffen haben.

Oskar Stöglehner: Außerdem wollte ich auch die Bauern motivieren, sich dafür zu interessieren- und nach einiger Zeit hat das tatsächlich bei manchen geklappt.

OEKONEWS: Und das die Hauptschule am Fernwärmenetz hängt, da waren Sie auch mitbeteiligt?

Oskar Stöglehner: Ich war Lehrer an der Hauptschule und später dann Direktor, da hat das mit Baumpflanzaktionen begonnen und Ausweitungen des ökologischen Sektors im gesamten Schulbereich waren dann natürlich die Folge. Da gehört auch die Fernwärme für die Schule dazu. Ich bin seit 1997 Gemeinderat und nun auch Stadtrat in Freistadt.

In meinem Bereich sind auch die Raumordnung und die Bebauungspläne. Eine entsprechende Bauweise ist die Zukunftsvorsorge für ökologisches Bauen, Die Wohnbaugesellschaften, die in Freistadt bauen, müssen dies zumindest in Niedrigenergiehausbauweise, im Flächen widmungsplan ist auch das Fernwärmeversorgungsnetz ausgewiesen.

Damit konnten protektionistische Maßnahmen für das Fernwärmenetz bereits i m Vorfeld erreicht werden, allein im Vorjahr wurde es um 150 Wohneinheiten erweitert. Jetzt hat es 2,5 MW Maximalleistung, der Brennstoff ist Hackgut von den Bauern und Sägerestholz aus der Umgebung. 9000 Schüttmeter per Jahr insgesamt. Derzeit werden viele Gemeindeobjekte, z.b. die Doppelhauptschule, das Hallenbad sowie rund 200 Wohnungen und einige Gewerbebetriebe versorgt.

Nun ist daran gedacht, eine Wärmekraftkopplung umzusetzen- und wenn ich das geschafft habe, so gebe ich endlich ein bisschen Ruhe. Aber ich habe mir nie eingebildet, das allein auf die Beine gestellt zu haben- da braucht man unzählige Mitstreiter und Freunde dazu, denen ich ganz ganz herzlich danke, dass sie da immer dabei sind.

Als einen großen Wurf für Freistadt sehe ich auch die Sanierung des Salzhofs, ein altes Gebäude wurde Kuturzentrum. Ich freue mich auch, das wir in Freistadt ein entsprechendes Energiekonzept haben, das aus dem Energietechnologieprogramm Oberösterreichs gefördert wird.

Außerdem haben wir für die Gemeinde Freistadt ein gelungenes Contractingprojekt, das bereits 1989 begonnen wurde, das Investitonsvolumen beträgt 400.000 Euro, 7 Gemeindeprojekte wurden mit einbezogen. Ein Viertel der Energie wurde komplett eingespart, in einzelnen Jahren sogar 30%. Am Anfang waren manche skeptisch, und jetzt sind alle davon überzeugt und tragen das voll mit. Das freut mich wirklich unendlich.

OEKONEWS: Sie waren auch Mitinitiator beim Windpark Spörbichl? Stimmt das?

Oskar Stöglehner: Ja, da waren wir erst 3, dann 5 Leute, der ging 1998/1999 in Betrieb. Besonders wichtig war dabei die Überzeugungsarbeit, auch von Bgm. Klepatsch aus Windhaag. Für solche Projekte braucht man immer Menschen, die das entsprechend mittragen- und für mich ist das ganz klar, dass solche Projekte äußerst sinnvoll sind.

OEKONEWS: Haben Sie ein Lebensmotto?

Oskar Stöglehner: Immer auf dem neuesten Stand bleiben und dies auch im Prinzip der Nachhaltigkeit umsetzen.

Brigitte Stöglehner; Und unser gemeinsames Motto ist, so zu leben, dass die Generationen nach uns nicht belastet werden.

OEKONEWS: Danke für das Gespräch.


Artikel Online geschalten von: / holler /