Neues Biomasse-Fernheizwerk für Hochwolkersdorf
27.10.2005In der Buckligen Welt wurde gestern das 250. Biomasseheizwerk Niederösterreichs eröffnet
Ein Jubiläum für umweltfreundliche Energie konnte gestern in Hochwolkersdorf in der Buckligen Welt gefeiert werden: das 250. niederösterreichische Biomasseheizwerk wurde eröffnet. Nach einer Rekordbauzeit von nur 4 Monaten ging ein 1,1 Megawatt-Heizkraftwerk in Betrieb, das mit Hackschnitzeln betrieben wird. Insgesamt 43 Gebäude, inklusive des Gemeindeamts und der Schule sind nun an ein rund 1,5 km langes Fernwärmenetz angeschlossen. Auch die Lieferanten kommen direkt aus dem Ort oder aus der näheren Umgebung. Das Fernheizwerk wird von der Biowärme Schneebergland GesmbH betrieben, die bereits die 12. Anlage fertiggestellt hat, wie Geschäftsführer Dr. Sepp Prober voll Stolz erzählte. Die Biowärme Schneebergland GesmbH hat 155 Mitglieder, 152 davon sind Landwirte. Die Investitionen betrugen 1,15 Millionen Euro.
Neben der Einsparung von etwa 450 Tonnen CO2 jährlich hat das Heizen mit Biomasse auch noch den Vorteil, dass die ganze Wertschöpfung in der Region bleibt und nicht, wie bei fossilen Energieträgern, ins Ausland abfließt- Bei den heutigen Heizöl- und Gaspreisen kann dazu noch die Wärme sehr preisgünstig bezogen werden (1 KW kostet in Hochwolkersdorf 6,5 Cent).
Die Anlage wurde von Landesrat Josef Plank symbolisch "eröffnet" und von Pfarrer Josef Mayerhofer gesegnet. „Zu den erneuerbaren Energien gibt es keine Alternative“, ist Plank überzeugt. „Wir müssen aber für Rahmenbedingungen sorgen, damit derartige Anlagen auch gebaut werden können. Angesichts drastisch steigender Ölpreise ist für mich der Ausbau der Ökoenergie ein Gebot der Stunde“, so Plank.
Erneuerbare Energie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
Erneuerbare Energie ist in Niederösterreich ein wichtiger Faktor in der Energieversorgung und auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Allein im Jahr 2004 wurden Investitionen in der Höhe von rund 185 Millionen Euro ausgelöst. Rund 1,5 Millionen Schüttraummeter Holz aus Brennstoff und ca. 15.000 Tonnen Stroh pro Jahr sichern eine Vielzahl von Arbeitsplätzen, vor allem in strukturschwachen Gebieten. „Allein für die Biogasproduktion wurden im vergangenen Jahr rund 4.000 Hektar an landwirtschaftlichen Flächen für die Gewinnung von Rohstoffen bewirtschaftet“, so Plank.Die 250 Biomasseheizwerke in Niederösterreich verfügen über eine Leistung von rund 300 Megawatt. Insgesamt werden fast 12.000 Kunden versorgt. Dazu sind 32 Biogasanlagen in Betrieb, weitere 85 Anlagen wurden bereits behördlich genehmigt.
Im Anschluß daran konnte beim von den örtlichen Bäuerinnen zubereiteten Buffet noch über die weitere Zukunft der erneuerbaren Energie diskutiert werden.
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