Windturm statt Windrad – auch in dicht verbauten Gebieten?

23.5.2005
Die etwas andere Windkraft in Belgien

Windkraft hat viele Vorteile, doch es gibt Anrainer, die sich in der Ästhetik gestört fühlen. In Belgien kommen nun die „etwas anderen“ Windräder auf den Markt, die, so meint der Anbieter, besser in die Landschaft passen. Die belgische Firma VR Tech hat eine neue Generation von etwas anderen Windrädern entwickelt. Geschäftsführer Alain van Ranst sagt: Auch wir wollen Windenergie nutzen - aber auch in Städten und dicht besiedelten Gebieten. Unser System sieht wie ein Turm aus. Man muss sich das wie einen Turm oder einen Kamin vorstellen, in dem mehrere Scheiben übereinander geschichtet sind. Im Inneren dieser Scheiben befinden sich Turbinen, diese sind praktisch viele kleine Windräder, die übereinander gestapelt sind. Die Flügel der Windmühle befinden sich im Inneren des Turms Die kleinste Ausgabe hat einen Durchmesser von nur zwei Metern. Noch sind die neuen Windräder in der Entwicklungsphase. An ausgewählten Stellen in Belgien wollen Alain van Ranst und seine Mitarbeiter in Kürze die Maschinen testen und sie danach kommerziell vertreiben. Das Interesse ist aber bereits jetzt da: Vor allem Firmen und Hotels sind interessiert. Jean-Francois Fauconnier von Greenpeace Belgien meint:“ Die Windtürme können auch in der Stadt aufgestellt werden, zum Beispiel auf Gebäuden oder in der Nähe von Gebäuden. Der Strom kann direkt vor Ort erzeugt und verbraucht werden- man braucht dazu auch keine neuen Stromleitungen.

Erneuerbare Energie und auch Windenergie haben in Belgien übrigens eher wenig Bedeutung, obwohl genug Wind vorhanden wäre. Belgien zählt zu den Schlusslichtern in Europa. Bis 2010 sollen sechs Prozent des Elekrizitätsbedarfs aus erneuerbaren Energien kommen. In Dänemark kommt zum Beispiel ein Viertel der gesamten Energie von Windrädern. Hier in Belgien sind es quasi Null Prozent. Es gibt erst ganz wenige Anlagen.

Die neuen Windräder sollen geplante Projekte nicht ersetzen, sondern ergänzen - dort, wo es eben bisher nicht möglich war - zum Beispiel auf Grund der Bevölkerungsdichte - Windenergie zu nutzen. So könnte jeder Belgier seine Windmaschine auf dem Dach haben und seinen eigenen Strom produzieren.

Um das Patent auch für Deutschland kaufen zu können, hat das Geld der kleinen belgischen Firma nicht gereicht. Das amerikanische Patent für das große Nachbarland war zu teuer. Allerdings träumt Alain van Ranst von Windenergie in anderen Dimensionen: Er hat das Patent für ganz Afrika erworben.

Weitere Informationen:
www.warp-eneco.com
www.vrtech.be

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