Das Waldviertel bekommt eine eigene Währung

24.2.2005
Die Einführung des „Waldviertlers“ als Zahlungsmittel soll die Kaufkraft der Region stärken und den Sinn für regionales Wirtschaften schärfen

„Darf das überhaupt sein“, werden sich jetzt viele denken. Diese Frage ist natürlich berechtigt. „Es muss sein“ lautet die Antwort von Heini Staudinger, Initiator und Gründungsmitglied des „Vereines für regionales Wirtschaften“: „Mit der Einführung einer zweiten Währung im Waldviertel möchten wir das Geld, die Kaufkraft und die Menschen in der Region halten. Zahlreiche Beispiele auf der ganzen Welt beweisen, dass durch Komplementärwährungen Arbeit und Wohlstand auch in Krisenregionen möglich sind. Es ist höchste Zeit, diesen Versuch auch im Waldviertel zu starten.“

Genaue Pläne für die Umsetzung des neuen Zahlungsmittels wurden bereits ausgearbeitet um einen reibungslosen Start zu gewährleisten. Der „Waldviertler“ wird über Ausgabestellen des Vereines in Umlauf gebracht und mit seinem Wert dem Euro gleichgesetzt. Eingekauft werden kann damit in Waldviertler Geschäften und Betrieben der unterschiedlichsten Branchen. Die ständige Erweiterung der Angebotspalette soll dabei die Attraktivität der neuen Währung steigern.

Der größte Unterschied zum Euro liegt darin: Beim Einkauf in einer Filiale eines überregional tätigen Konzerns geht das Geld, bis auf einen geringen Teil, sofort in die Zentrale und ist damit in der Region nicht mehr verfügbar. Der „Waldviertler“ bleibt mit seiner Kaufkraft immer in der Region, fördert regionale Anbieter und schafft Arbeit vor Ort und nicht in China. Überregionale Anbieter verlieren Marktanteile und werden zurückgedrängt, da die „Waldviertler“ immer wieder nur im Waldviertel ausgegeben werden.

Eine Umlaufsicherung soll die Bereitschaft mit dem „Waldviertler“ einzukaufen beleben und das Horten verhindern. Dabei verliert der „Waldviertler“ jedes Quartal zwei Prozent seines Wertes. Das wirkt auf den ersten Blick nachteilig. Bei genauerer Betrachtung wird aber sofort klar, dass mit diesem simplen Trick das Geld im Umlauf und die Regionalwirtschaft in Schwung gehalten werden.

Regionales Geld ist aber auch sicheres Geld, da es von internationalen Spekulationen abgekoppelt ist. Ein weiterer Vorteil sind die zusätzlichen Umsätze, die durch die schnelleren Kreisläufe der regionalen Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt zugute kommen. Nicht zu unterschätzen ist auch der zusätzliche Werbewert für alle beteiligten Betriebe.

Für Heini Staudinger ist eines klar: „Wenn wir der heutigen Entwicklung tatenlos zuschauen, werden wir die weitere Abwanderung des Geldes und der Menschen beobachten können. Wir wollen aber die Wirtschaftskreisläufe zurückholen und damit Arbeit und Wohlstand schaffen. Die Waldviertler Regionalwährung wird uns dabei helfen“.

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