© Energiesparverband
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Die globalen Vernetzer aus Oberösterreich

Wer steht hinter den „World Sustainable Days“- dem größten Ökoenergiekongress Europas? Unsere Helden des Monats.

Anfang März fanden in Wels die ‘World Sustainable Days’ statt. Etwa 900 Teilnehmer aus 64 Staaten der Erde kamen nach Österreich, um an dem umfangreichen Programm teilzunehmen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom OÖ. Energiesparverband in Linz. Tenor vieler Teilnehmer: eine großartige Sache, die zur internationalen Vernetzung wesentlich beiträgt. Wer schafft es, so etwas zu organisieren? Wir haben nachgefragt und dürfen Ihnen ‘unsere Helden des Monats’ vorstellen:

DIPL. ING. DR. GERHARD DELL, Geschäftsführer des Energiesparverbands und Energiebeauftragter des Landes Oberösterreich

sowie seine Stellvertreterin MAG. DIPL.-UT. CHRISTIANE EGGER, Bereichsleiterin für internationale Aufgaben.

Mit ihnen gebührt diese Auszeichung ‘Helden des Monats’ natürlich dem ganzen TEAM DES ENERGIESPARVERBANDS, da es nur mit diesem möglich ist, einen solchen Kongress so perfekt abzuwickeln und trotzdem persönlich betreut zu werden.
Der Energiesparverband wurde 1991 gegründet und umfasst mittlerweile, mit den freien Mitarbeitern, 90 Personen. Das Kernteam in Linz besteht aus 15 Mitarbeitern, dazu gibt es 12 Beratungsstellen in ganz Oberösterreich und das ‘Energy Center’ in Budweis.
Mehr Informationen und Details: OÖ. Energiesparverband

Oekonews: Wie lange gibt es den Kongress in Wels schon?

Dr. Dell: Seit 11 Jahren, damals war das noch eine kleine Tagung. Im Laufe der Jahre ist das dann immer mehr gewachsen.

Oekonews: Wie lange sind Sie schon im Ökoenergie-Bereich tätig? Seit wann sind Sie beim Energiesparverband?

Dr. Dell: Ich habe Anfang der 80-er Jahre begonnen, an der TU Graz, da war ich wissenschaftlicher Leiter einer kleinen Forschungsgruppe zum Thema Energie und Energiesparen.

Mag. Egger: Nach meinem Jus-Studium habe ich ein Umwelttechnik-Studium an der TU Graz gemacht und freiberuflich beim Landesenergieverein Steiermark gearbeitet. Das war Ende der 80-er Jahre.

Dr. Dell: Der Energiesparverband wurde 1991 gegründet, wir waren von Anfang an dabei. Die Idee dazu hatte Christoph Leitl, der jetzige Wirtschaftskammerpräsident. Er wurde 1990 Energielandesrat in Oberösterreich und er hatte die Idee zur Gründung des Energiesparverbands.

Oekonews: Woher kommt Ihr Interesse an den Erneuerbaren?

Mag. Egger: Aus dem Umweltschutzgedanken. Ich habe deswegen auch Umwelttechnik als zweites Fach gewählt.

Dr. Dell: Es gab in den 80-er Jahren erste Diskussionen zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit. Das gehörte für mich zum Umweltschutz dazu. Ich habe auch meine Diplomarbeit zum Thema Energiesparen und Energieeffizienz gemacht. Und der betreuende Professor hat zu mir gesagt, als ich ihm das erste Mal von der Idee dazu erzählt habe: ‘Schreiben Sie lieber etwas Ordentliches!’

Oekonews: Was sehen Sie als wesentlichen Punkt, damit sich der Bereich „Erneuerbare Energie“ und alles was dazu gehört, noch mehr durchsetzt?

Bewusstsein und Information. Es ist zwar viel passiert. Es gibt die technischen Lösungen, die kann man sicher noch effizienter machen - aber ein grundsätzliches Bewusstsein fehlt oft immer noch. Wir müssen umsetzen.

‘Meinung zu bilden’ ist wichtig. Damit gesellschaftliche Veränderungen passieren, brauchen wir Bewusstseinsbildung. Es muss uns gelingen, dieses Bewusstsein noch mehr zu wecken. Die Veränderung geht von den Anwendern und Anwenderinnen aus, nicht von den Intellektuellen. Es gelingt einfach die Umsetzung viel besser, wenn diese persönlich erklären warum sie etwas ändern.

Oekonews: Was sehen Sie als Ihre größten Erfolge?

In Oberösterreich haben wir bisher 39.000 Niedrigenergie- und Energiesparhäuser, und es gibt schon 200 Passivhäuser. Allein im Vorjahr sind in Oberösterreich 47.000 m2 Solarthermische Anlagen installiert worden, wir haben jetzt 675.000 m2 Solarthermie in Oberösterreich. Und 40 Biogasanlagen sind im Entstehen in Oberösterreich. Diese Technologieanwender sind alle Multiplikatoren.

Ganz wesentlich ist auch die Ausbildung, wir haben einen Ökoenergietechniklehrgang an der Uni, es gibt Lehrlinge in vielen Ökotechnikbereichen. Diese jungen Menschen tragen ihre Begeisterung für das, was sie tun auch weiter.

Oekonews: Was erhoffen Sie für die Zukunft?

Dass dieser Prozess, der eingeleitet worden ist, rasch weitergeht. Wir brauchen eine stärkere Verbindung von Ökologie und Ökonomie. Ökoenergie und Energieeffizienz sind sinnvoll.
Das ist ökologisch und ökonomisch. Es sind neue Produkte, neue Arbeitsplätze und das heißt auch Wirtschaftswachstum.

Und die Zukunft heißt ‘vollsolare’ Energie.

Oekonews: Was ist Ihr Lebensmotto?

Wenn man etwas ganz fest will, dann gelingt es.

Man muß überzeugt sein von einer Sache, dann kann man auch andere überzeugen!
Wir werden den richtigen Weg gehen.


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