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Urban Heat Islands Strategieplan der Stadt Wien - Maßnahmen gegen Hitzeinseln - Stadtgrün anstelle von Klimaanlagen

DI Jürgen Preiss, MA 22, sprach bei der Gruppe „bewusst.nachhaltig“ der Agenda 21 Plus Wien Alsergrund

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Vorspann der Gruppe mit guten und schlechten Beispielen

Für den Vortrag hatte die Gruppe ‘bewusst.nachhaltig’, welche bereits seit über 12 Jahren Vorträge bei der Agenda 21 Plus Wien Alsergrund organisiert (Motto: Informationen aus erster Hand, Probleme darstellen und gemeinsam nach Lösungen suchen, Personen vernetzen - wenn auch nicht immer ganz erfolgrreich - da manche Politikerinnen und Politiker oder Beamte etc. sich nicht beraten lassen), Fotos von guten (z.B. begrüntes Dach der Sargfabrik, begrünte Garagendächer mit Bäumen etc.) und negative Beispiele (Diskonter mit riesigen Flächen für parkende Autos, Garagen unter Gebäuden (Seestadt Aspern, Hauptbahnhof, Nordbahnhof etc. aber im Durchschnitt Parken an der Oberfläche bzw. vier Spuren für Autos etc.) zusammengestellt. Es wurden somit das Parken auf der Straße, die Stellplatzverordnung sowie Teile der Stadtplanung aus Sicht der Vermeidung von Hitzeinseln hinterfragt. Autos sollten, wenn vorhanden also in Garagen, autofreies Wohnen ermöglicht, tote Augen verhindert, das Parkpickerl eingefroren und die Chancengleichheit der Verkehrsträger hergestellt werden.

Urban Heat Ilands Strategieplan der Stadt Wien

Die Wiener Magistratsabteilung 22 hat den Strategieplan veröffentlicht. Er beschreibt detailliert die Möglichkeiten, die städtischen Hitzeinseln abzukühlen. Er bietet auch genaue Informationen über die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen auf das Klima in der Stadt und im Grätzel. Er informiert darüber hinaus über die Vorteile und möglichen Hürden bei der Umsetzung und nicht zuletzt auch über den zu erwartenden Aufwand für Errichtung und Erhaltung. Er beschreibt somit Handlungsfelder, strategische Maßnahmen, konkrete Maßnahmen, Handlungsfelder und Beispiele zur Umsetzung der Maßnahmen und gibt darüber hinaus weiterführende Informationen

Schlechte und gute Beispiele in Wien - Weiterdenken für die Zukunft

Aktuell wird in Bauwerksbegrünung und Forschung investiert. In Wien soll ein Innovationscluster entstehen.

Durch die Konstruktion des DC-Tower auf der Donauplatte wird Wärme gespeichert und Aufwinde am Gebäude entstehen. Auf Grund der Hitze im Gebäude soll eine Nachrüstung erforderlich gewesen sein. Die "schwarzen Pilze" im Eingangsbereich brechen den Wind, damit Passanten nicht vom Winde verweht werden, ...

Für den bereits erreichten Teil der Seestadt Aspern wurde eine Studie durch das AIT erstellt, welche zeigt, dass der Energiebedarf zum Kühlen und Heizen in einigen Jahrzehnen höher sein wird als der derzeitige Energiebedarf zum Heizen und Kühlen.

In der Seestadt Nord sollen Autos in Sammelgaragen am Rand abgestellt werden. Der Weg zu öffentlichen Verkehrsmitteln soll nicht länger als zu den Autos sein. Grün-, Freiflächen- (erstmalig in der Aspern Seestadt im Rahmen des FFG- Green.Resilient Projektes - zusätzliche Optimierungsinstrumente zur Anwendung, nämlich der Greenpass (wurde bereits mehrfach erfolgreich angewendet), das MUKLIMO_3 Stadtklimamodell und eben der Grün- und Freiflächenfaktor (dieser wurde von der Boku entwickelt und bisher nur fiktiv erprobt)) und Sozialkennzahlen sind vorgesehen. Baumreihen, die in der Planund vorgesehen sind, müssen auch errichtet werden. Für versiegelte Fläche muss neue Fläche am bzw. auf den Gebäuden geschaffen werden. Ferner müssen Maßnahmen betreffend die Auswirkungen auf das Klima geprüft werden.

Begrünungen sind z.B. beim geplanten neuen Gebäude auf der Donauplatte, wo jetzt noch das Kino steht, vorgesehen.

Aspanggründe, Westbahnhof etc.

Die Aspanggründe wurden von der Stadt Wien vor einigen Jahren mit der größten Passivhaussiedlung Europas beworben. Über die Realität konnte man von Günter Lang (Passivhaus Austria) in der Wiener Zeitung lesen. Zwischenzeitlich gibt es massive Hitzeprobleme im Sommer. Eine Baumbepflanzung entlang der Aspangstraße würde 1,8. Mio. Euro kosten, da Gasleitungen verlegt werden müssten. Geprüft wurden mittels Simulationsprogrammen die Effekte auf die Vermeidung von Hitzeinseln durch die Pflanzung von Baumreihen bzw. die Begrünung von Fassaden. Dies konnte geschehen durch das Projekt Greening Aspang-Projekt, welches über den Klima- und Energiefonds finanziert wurde.

Bereits seit einigen Jahren gibt es positive Effekte durch die Fassadenbegrünung des Gebäudes der MA 48 am Gürtel (Einsparung von 75 Klimaanlagen a 3000 W mit einer Betriebslaufzeit von 8 h/d). Allgemein kann man allerdings sagen, dass die Förderung der Stadt Wien in Höhe von € 2.200 zur Begrünung (MA 42 - pro Fassaden,- Dachbegrünungs-Projekt) nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Auf der anderen Seite wird oft vernachlässigt, dass Pflegekosten für begrünte Fassaden nicht höher sein müssen als normale Pflegekosten (Reinigung von Glasfassaden, …). Ferner gilt zu berücksichtigen, dass z.B. Efeu auch Brennen und Materialien zur Dachbegrünung giftige Substanzen enthalten können. Deshalb wird an einen Ökokauf Kriterienkatalog gearbeitet, der über unproblematische Alternativen informiert.

Im Sinne der Vermeidung von Hitzeinseln sind Ausgaben von 2 bis 3 € /m2 für die Grünpflege und damit vorangegangene Auswahl von Grün viel zu gering.

Auf dem Postverteilerzentrum in Wien gibt es eine Begrünung und PV-Anlagen sowie die Haubenlerche.

Bei Fassaden sollte auch deren Farbe mitbedacht werden. Besser als helle Wände sind Begrünungen.

Am Reumannplatz oder z.B. den Ankerbrotgründen sollen demnächst Maßnahmen zur Begrünung von Gebäuden gesetzt werden.

Im Rahmen eines Projektes wurden auch die Effekte von Fassadenbegrünungen im 15. Bezirk gegenüber dem Westbahnhof untersucht.

Demnächst erscheint von der MA 22 der umfangreiche Leitfaden ‘Fassadenbegrünung’. Veröffentlichungen wie der Solarleitfaden, welcher die Kombination von begründen Dächern und Photovoltaik beschreibt, sind bereits verfügbar.


Artikel Online geschalten von: / wabel /