© Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
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Smarte Ideen für die Schulen am Enkplatz in Simmering

Schulerweiterung samt Null-Energie-Turnsälen: Ein EU-Leuchtturmprojekt im Rahmen von „Horizon 2010“ in Wien

Wien - Eine kluge Erweiterung für die Neuen Mittelschulen I + II am Enkplatz in Wien-Simmering. Sie erhalten gleich vier Null-Energie-Turnsäle. Initiator dafür war das EU-geförderte Projekt ‘Smarter Together’ in Simmering. Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer und LtAbg. Barbara Novak, stv. Vorsitzende des Gemeinderats-Ausschusses für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, präsentierten kürzlich die Zukunftspläne für die beiden Schulen vor.

Anfang 2018 sollen die Bauarbeiten für vier neue Turnsäle und einen Zubau beginnen, die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2019 geplant. Zahlreiche Smart City-Themenfelder wurden dabei berücksichtigt: Sanierung, Energiemanagement, lokale Energiegewinnung, Rückspeisung von überschüssiger Energie, Fassadenbegrünung, Infrastrukturerfordernisse, Partizipationsprozesse sowie Integration.

Im Zuge eines Architekturwettbewerbs wurde die Einreichung der Architekten Burtscher-Durig, Wien von einer Fachjury zum Siegerprojekt gekürt. Das innovative Konzept situiert die vier Turnsäle unterirdisch und schafft damit eine großzügige Sportfreifläche mit rund 3.500 Quadratmetern für die 1.000 Schülerinnen und Schüler. Der Zubau mit 13 Klassenräumen, Fachräumen, offenen Pausen- und Arbeitsbereichen und neuer Schulbibliothek wird in Form eines Querriegels an das unter Denkmalschutz stehende Gebäude angeschlossen. Die neuen Stiegenhäuser mit Aufzug ermöglichen einen barrierefreien Zugang. Die Stadt investiert in das Projekt rund 30 Mio. Euro. Die Initialförderung durch ‘Smarter Together’ macht rund 457.000 Euro aus.

‘Ich freue mich, dass wir an diesem wichtigen Schulstandort nicht nur dringend notwendigen modernen Schulraum schaffen, sondern dabei auch innovative Ideen umsetzen können’, betont Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

‘Das Schulsanierungsprojekt zeigt, wie man durch eine professionelle Zusammenarbeit den Wiener Smart City Ansatz in der Praxis umsetzen kann, so dass alle und besonders die Kinder und Jugendlichen davon profitieren’, so Landtagsabgeordnete und stv. Vorsitzende des Wohnbauausschusses des Wiener Gemeinderates Barbara Novak.

‘Mehr Raum zum Lernen, mehr Raum für Bewegung und mehr Raum für innovative Pädagogik – der Zubau an den NMSen Enkplatz schafft durch zusätzliche räumliche Quantitäten auch eine neue Qualität und ein optimales 'Lebensumfeld' für alle Schülerinnen und Schüler und Pädagoginnen und Pädagogen an beiden Schulen’, hält Wiens Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer fest.

Ein nachhaltiges Energiekonzept mit ‘Null-Energie-Turnsälen’

Die Turnsäle werden in ‘Null-Energie-Bauweise’ ausgeführt. Das Haustechnikkonzept sieht neben einer Photovoltaikanlage auch die Nutzung von Geothermie in Verbindung mit Wärmepumpen vor. Darüber hinaus wird zusätzlich eine thermische Solaranlage errichtet, die überschüssige Wärme in das Fernwärmenetz einspeist. Für eine optimale Raumluftqualität ist für die Turnsäle eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung vorgesehen.

Smarte Sitzmöbel am Vorplatz

Als Teil des Stadterneuerungsprojekts ‘Smarter Together’ werden am Schulstandort innovative Smart City-Lösungen umgesetzt und mittels EU-Fördergeld unterstützt. So sollen am Vorplatz der Schulen innovative Sitzmöbel, sogenannte ‘Smart-Benches’ (smarte Sitzbänke), zum Einsatz kommen: Sie bieten die Möglichkeit, über integrierte Photovoltaikzellen Smartphones und anderen mobile Endgeräte aufzuladen.

Im gesamten Projekt werden auch Anregungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern berücksichtigt. Öffentlichkeit und Schulen werden regelmäßige zu über den Projektverlauf informiert. Für weitere Erkenntnisse werden auch die Energiedaten der Schule automatisch im Viertelstundentakt an eine Datenplattform geliefert und von ExpertInnen der Stadt Wien ausgewertet.


Im Frühjahr 2015 begann die Projektvorbereitung für ‘Smarter Together’, einem von der EU geförderten Smart City-Projekt unter der Schirmherrschaft von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Ziel dabei ist es, den Zentralraum von Simmering unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung und in Zusammenarbeit mit einer ganzen Reihe von Unternehmen noch lebenswerter und umweltfreundlicher zu gestalten. ‘Das EU-Projekt bietet Chancen, die wir in der Zusammenarbeit mit allen Beteiligten voll nutzen können’, zeigt sich ‘Smarter Together-Programmleiterin Julia Girardi-Hoog höchst erfreut.


Artikel Online geschalten von: / holler /