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EU-Behörden haben bei Glyphosat-Bewertung von Monsanto abgeschrieben

Greenpeace: Österreich muss in Brüssel gegen Glyphosat stimmen

Wien - Laut Medienberichten hat die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei ihrer Glyphosat-Bewertung rund 100 Seiten wortwörtlich vom Konzern Monsanto abgeschrieben. Darunter Informationen zur möglichen krebserregenden Wirkung, Gen-Toxizität und möglichen Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert diese Vorgangsweise scharf und fordert ein österreichisches ‘Nein’ zu Glyphosat. Bereits im Herbst wird über die Neuzulassung des Pflanzengifts entschieden.
‘Hier haben europäische Behörden Wort für Wort von Monsanto abgeschrieben und das Ergebnis dann als unabhängige Überprüfung ausgegeben. Ob das nun aus Fahrlässigkeit oder mit voller Absicht passiert ist: Dieses Vorgehen ist vollkommen inakzeptabel und ein Skandal’, stelle Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich fest. Die Menschen in Österreich und Europa müssen sich darauf verlassen können, dass Behörden unabhängig agieren und transparent entscheiden. Das sei jedoch im vorliegenden Fall von Glyphosat nicht mehr gewährleistet. ‘Wenn Behörden, die eigentlich für den Schutz der öffentlichen Gesundheit verantwortlich sind, seitenweise Textpassagen von Pestizidherstellern übernehmen und das nicht einmal erkenntlich machen, dann ist unser aller Gesundheit am Ende in den Händen von Monsanto und Co.’, so Theissing-Matei.
Noch diesen Herbst wird auf europäischer Ebene über eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat abgestimmt. Stimmberechtigt sind alle EU-Staaten. ‘Diese Enthüllungen zeigen ein weiteres Mal eindrucksvoll, warum Österreich bei der entscheidenden Abstimmung über Glyphosat noch diesen Herbst unbedingt gegen eine Neuzulassung stimmen muss’, sagt Theissing-Matei. Der in Österreich für das Thema zuständige Minister – Andrä Rupprechter – weigert sich bisher im Streit um Glyphosat Position zu beziehen. Das österreichische Parlament kann ihn jedoch an ein ‘Nein’ zu Glyphosat binden. Greenpeace fordert daher die Parteien des österreichischen Parlaments dazu auf, Landwirtschaftsminister Rupprechter in die Pflicht zu nehmen. ‘Die Abgeordneten des Nationalrats haben es in der Hand. Sie können Minister Rupprechter an ein ‚Nein‘ zu Glyphosat binden. Diese Chance darf nicht vertan werden, denn nur EU-weites, vollständiges Verbot schützt uns alle langfristig vor dem wahrscheinlich krebserregenden Pflanzengift’, so Theissing-Matei abschließend.


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