© H Kolland/ Zitronengirlitz
© H Kolland/ Zitronengirlitz

Brütender Zitronengirlitz erstmals in NÖ nachgewiesen

Ornithologische Sensation am Hochkar

Wien / Hochkar, 29. Juni 2017 – Seine nasalen ‘di’-Rufe kennzeichnen den kleinen, heimlichen Zitronengirlitz ebenso, wie seine gelbgrüne Farbe. Auf bewirtschafteten Almweiden am Rande lichter Nadelwälder im Westen Österreichs hält sich der Finkenvogel während der Brutzeit auf. Nun wurde er erstmals überraschend viel weiter östlich nachgewiesen: auf dem Hochkar in Niederösterreich.

Lichte Nadelholzbestände an der Waldgrenze mit Anschluss an krautreiche Säume, bewirtschaftete Almweiden und auch manchmal beweidete Schipisten bilden den idealen Lebensraum des Zitronengirlitz. Am Boden frisst er gerne Samen - wie etwa jene des Löwenzahns, auf den Fichten brütet und singt er. Die Hauptverbreitung des gelbgrünen Vogels mit dem wohlklingenden lateinischen Namen ‘Serinus citrinella’ liegt in den Alpen und den Pyrenäen. In Österreich brütet der rein europäische Kurzstreckenzieher in den westlichen Bundesländern, vor allem in Vorarlberg und Tirol. ‘Nun brütet der Zitronengirlitz erstmals viel weiter östlich, als es sein hauptsächliches Verbreitungsgebiet erwarten würde. Das überrascht und begeistert uns Ornithologen gleichermaßen!’, freut sich Harald Pfleger, Funktionär von BirdLife Österreich, dem die Entdeckung des Brutvorkommens des Zitronengirlitz am Hochkar gelungen ist.

Almflächen unter Druck
‘In den letzten 20 Jahren kommen Almweiden immer stärker unter Druck’, weiß Norbert Teufelbauer, Ornithologe bei BirdLife Österreich: ‘Bewirtschaftete Flächen werden immer kleiner bei gleichzeitiger intensiverer Bewirtschaftung. Das hat natürlich Auswirkungen auf alle Bewohner dieses Lebensraums. Inwiefern dies im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Zitronengirlitz in Richtung Osten steht, wird noch zu erforschen sein. Sein Auftreten am niederösterreichischen Hochkar ist jedenfalls höchst erfreulich!’


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