© moerschy - pixabay.com
© moerschy - pixabay.com

Die WWF CLIMATE GROUP spart 630.000 Tonnen CO2e ein

Unternehmen ziehen zehnjährige Klimaschutzbilanz und fordern mehr Engagement von Österreichs Politik

630.000 Tonnen CO2e konnte das Unternehmensnetzwerk WWF CLIMATE GROUP seit seiner Gründung vor zehn Jahren einsparen. Dies entspricht den Treibhausgasemissionen des jährlichen Stromverbrauchs aller Haushalte in der Steiermark. Die sechs Partnerunternehmen IKEA, Allianz, SPAR, ERSTE Group, gugler* und VBV - Vorsorgekasse ziehen Bilanz über zehn Jahre betrieblichen Klimaschutz. Zudem fordern sie tatkräftige Unterstützung von der österreichischen Bundesregierung. Bis 2050 muss Österreich sein Klimaproblem lösen. Dazu muss der Energiesektor auf 100 Prozent naturverträgliche, erneuerbare Energiequellen umgestellt sein und auch die Wirtschaft muss ihre Treibhausgasemissionen weitgehend vermeiden. "Es gilt einen Zahn zuzulegen. Sonst wird Österreich seinen Beitrag zur Einhaltung der international vereinbarten zwei Grad Grenze nicht schaffen. Wir und viele weitere Unternehmen wollen genau das tun. Dazu brauchen wir dringend geeignete Rahmenbedingungen. Eine langfristige politische Orientierung mit klaren Zielen und Umsetzungsstrategien ist Treiber für die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen sowie weiterer Investitionen in betriebliche Klimaschutzmaßnahmen", so die Unternehmen unisono.

Die Einsparungen der Branchenleader und Klimaschutzvorreiter fußen auf langfristigen, messbaren Zielen für den Klimaschutz. Dazu zählen ambitionierte CO2e-Reduktionen, die Förderung klimaschonender Produkte und Dienstleistungen sowie Bewusstseinsbildung bei MitarbeiterInnen, KundInnen und GeschäftspartnerInnen. Für die Zielerreichung erstellen die Partner in Abstimmung mit dem WWF jährlich unternehmensspezifische Maßnahmenpläne für die Bereiche laufender Betrieb, technisches Gebäudemanagement, Transport, Fuhrparkmanagement, Lieferkette, Produktportfolio sowie Kommunikation.

Die größten CO2e-Einsparungen gelangen den Unternehmen durch die Nutzung erneuerbarer statt fossiler Energiequellen für ihren Strom-, Heiz- und Kühlbedarf. Auch wichtig sind Energiesparmaßnahmen in den Gebäuden - von energieeffizienter Beleuchtung über Dämmung bis hin zur intelligenten Haustechnik. Aufholbedarf herrscht dafür bei energie- und treibhausgassparenden Mobilitätslösungen für MitarbeiterInnen, KundInnen und Logistik - wie die Nutzung von E-Fahrzeugen, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Die Entwicklung der CO2e-Einsparung zeigt, dass die Unternehmen die Low-Hanging-Fruits - die kostengünstigsten Reduktionspotenziale - bereits großteils ausgeschöpft haben. Weitere Reduktionen der CO2e-Emissionen werden nun ungleich herausfordernder, sowohl finanziell als auch in Bezug auf benötigte Verhaltensänderungen und Langfristigkeit von Planung und Investition.

"Gemeinsam mehr erreichen" ist das Leitmotiv der WWF CLIMATE GROUP. Dieses verfolgt das Unternehmensnetzwerk durch gemeinsame Studien, Initiativen, Veranstaltungen und den Einsatz für eine wirksame Energie- und Klimapolitik. Im Laufe der zehnjährigen Zusammenarbeit wurden unter anderem eine österreichweite Stromspar-Initiative für Privathaushalte lanciert, die Studie "Wirtschaftsbarometer Klimaschutz" in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG zeigte vier Jahre in Folge den Klimaschutz Status quo der österreichischen Unternehmenslandschaft auf. Anfang 2017 forderte die WWF CLIMATE GROUP gemeinsam mit 190 Unternehmen eine wirkungsvolle Energie- und Klimastrategie von der österreichischen Bundesregierung. Zusammen haben die Partner der WWF CLIMATE GROUP die Chance rund 50.000 MitarbeiterInnen zu erreichen und mit rund 15 Millionen Kontakten KundInnen als MultiplikatorInnen für ein klimabewusstes Handeln zu motivieren.

"Die Unternehmen der WWF CLIMATE GROUP zeigen seit zehn Jahren, dass Klimaschutz und erfolgreiches Wirtschaften sehr wohl zusammenpassen. Nun fordern wir die Politik auf, mit konkreten, langfristigen Vorgaben für Planungs- und Investitionssicherheit für die Wirtschaft zu sorgen. Spätestens seit dem Inkrafttreten des Pariser Klimaschutzabkommens Ende 2016 ist keine Zeit mehr zu verlieren.", betont Andrea Johanides, Geschäftsführerin WWF Österreich. Österreich hat den internationalen Klimaschutzvertrag bereits ratifiziert und verpflichtet sich damit zu der Begrenzung der Erderwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius beizutragen. Dafür ist ein Ausstieg aus Kohle, Gas und Öl bis spätestens 2050 erforderlich. Das Abkommen sieht auch vor, dass alle Staaten Klimaschutzstrategien mit langfristigen Zielen ausarbeiten sollen. In Österreich wird seit zwei Jahren über eine Energie- und Klimastrategie diskutiert, Konkretes fehlt aber noch.

"Es gibt viele Unternehmen in Österreich, denen Klimaschutz ein großes Anliegen ist, die handeln wollen und darin auch Chancen wie neue Märkte, Arbeitsplätze und Konjunkturimpulse erkennen. Die Politik muss hier einen klaren Weg vorgeben, um teure Fehlinvestitionen zu vermeiden", so Johanides.



Factsheet zum Download FACT SHEET WWF CLIMATE GROUP



Verwandte Artikel:


Artikel Online geschalten von: / holler /