© Wolfgang J. Pucher oekonews/ Gemeinsam mit Politik und Klimafonds  für ein flächendeckendes Ladenetz
© Wolfgang J. Pucher oekonews/ Gemeinsam mit Politik und Klimafonds für ein flächendeckendes Ladenetz

Einfacher Laden für Elektroautos in Österreich

Elf führende Energieunternehmen verbinden rund 1300 Ladepunkte zu einem flächendeckenden Ladenetz für E-Mobilität.

© Wolfgang J. Pucher oekonews/Das Ladestationsnetz der EVUs wird voll miteinander verbunden
© Wolfgang J. Pucher oekonews/Das Ladestationsnetz der EVUs wird voll miteinander verbunden
© Wolfgang J. Pucher oekonews/ E-Mobilität hat viele Facetten
© Wolfgang J. Pucher oekonews/ E-Mobilität hat viele Facetten
© Wolfgang J. Pucher oekonews/  Pressegespräch in Wien
© Wolfgang J. Pucher oekonews/ Pressegespräch in Wien
© Wolfgang J. Pucher oekonews/ Minister Leichtfried testet gemeinsam mit Rallye-Fahrer Manfred Stohl dessen Elektro-Rallye-Fahrzeug
© Wolfgang J. Pucher oekonews/ Minister Leichtfried testet gemeinsam mit Rallye-Fahrer Manfred Stohl dessen Elektro-Rallye-Fahrzeug
© Wolfgang J. Pucher oekonews/ Unterschiedliche E-Fahrzeuge vor der Türe zeigten die Vielfalt von E-Mobilität, nicht nur die Minister waren begeistert
© Wolfgang J. Pucher oekonews/ Unterschiedliche E-Fahrzeuge vor der Türe zeigten die Vielfalt von E-Mobilität, nicht nur die Minister waren begeistert

Wien- Gestern wurde ein wichtigen Meilenstein für die Elektromobilität erreicht. Elf Energieversorger setzen auf Vernetzung und damit eine kundenfreundliche Ladeinfrastruktur. Ab April 2017 steht allen E-Mobilist/innen das mit Abstand größte, flächendeckende Ladenetz für E-Mobilität in Österreich offen. Das Ladenetz umfasst 1.300 öffentliche Ladepunkte zwischen Wien und Bregenz, Ende 2017 sollen es 2.000 sein. "E-Mobilität muss einfach und verlässlich sein. Dazu leisten wir durch die enge Zusammenarbeit einen entscheidenden Beitrag", sagt Jürgen Halasz, Vorstandsvorsitzender des BEÖ - Bundesverband Elektromobilität Österreich, stellvertretend für elf Energieunternehmen (Energie AG Oberösterreich, Energie Burgenland, Energie Graz, Energie Steiermark, EVN, Innsbrucker Kommunalbetriebe, Kelag, LINZ AG, Salzburg AG, VKW und Wien Energie).

Vollends einfach Laden und Bezahlen

"Mit unserer Initiative verbinden wir die Ladestationen unserer Mitglieder in allen Bundesländern, in (fast) jeder Region", so Jürgen Halasz. Durch die digitale Vernetzung der 1.300 Ladepunkte (2.000 bis Ende 2017) kann mit einer Ladekarte (RFID) oder einer APP österreichweit geladen und bezahlt werden. Abgerechnet wird die Zeit, in der das E-Fahrzeug mit dem Ladepunkt verbunden ist. Auskünfte über die von ihnen angebotenen Verträge und Kosten geben die Energieunternehmen, die zukünftig als "eMobility-Provider" im Wettbewerb zueinander Kunden im gesamten Bundesgebiet ansprechen können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Ladestationen spontan zu nützen. Bezahlen kann man in diesem Fall mit Kreditkarte oder einem anderen Zahlungsprovider - dafür benötigt man ein Smartphone mit einem QR-Code-Reader. Die Kosten können sich dabei von Ladestation zu Ladestation unterscheiden und sind derzeit nicht einheitlich geregelt.

Österreich auf dem richtigen Weg bei E-Mobilität

"Schon seit 10 Jahren fördert mein Ressort E-Mobilität und hat damit den Boden für die Zukunft gut aufbereitet. Mit über 25 Mio Euro haben wir bis dato rund 17.900 E-Fahrzeuge und 1.380 Ladestationen unterstützt. (12000 Elektrofahrzeuge, 2900 Plug-In-Hybridfahrzeuge) Die Initiative des BEÖ legt nun die Basis für eine österreichweit interoperabel nutzbare Ladeinfrastruktur und unterstützt unser neues E-Mobilitätspaket optimal", betont Umweltminister Andrä Rupprechter. Seit dem Start der neuen Förderung Anfang März sind bereits rund 1500 Anträge bei der Förderstelle eingelangt, davon mehr als 800 von Betrieben und 665 von Privatpersonen. Die Zulassungszahlen haben sich im Vorjahr bereits mehr als verdoppelt und sind um 128% gestiegen. Damit ist Österreich in der EU die klare Nummer eins.

"E-Mobilität muss alltagstauglich, zuverlässig und leistbar sein, dann wird sie auch angenommen. Ein flächendeckendes Ladenetz ist der Knackpunkt: Die Fahrerinnen und Fahrer müssen sich darauf verlassen können, dass eine E-Tankstelle in der Nähe ist, wenn sie eine brauchen. Unser Ziel ist, dass bis 2020 österreichweit rund 5.000 E-Ladepunkte verfügbar sind. Damit machen wir Österreich elektrofit", sagt Verkehrsminister Jörg Leichtfried. "Derzeit ist Österreich auf Platz 3 in der EU bei der Dichte der Ladepunkte, Ziel ist Platz 1 zu erreichen und bis 2020 mindestens 5000 E-Ladepunkte zu haben. 50 zusätzliche Standort sollen bei Park & Ride Anlagen der ÖBB errichtet werden, die Asfinag plant Ladestationen an allen Rastplätzen.

Jede/r zweite Österreicher/in kann sich vorstellen, demnächst ein E-Auto zu kaufen. 10.000 E-Autos fahren in Österreich bereits rein elektrisch. Mit dem E-Mobilitätspaket von Verkehrsministerium und Umweltministerium können zusätzlich 16.000 E-Autos auf Österreichs Straßen gebracht werden. Mit dem neuen E-Mobilitätspaket, steuerlichen Vorteilen für Betriebe und nicht zuletzt durch das Potenzial erneuerbarer Energiequellen ist Österreich auf dem Weg zum Vorzeigeland für E-Mobilität in der EU.

Aus Puzzlesteinen zum Gesamten

DI Jürgen Halasz, Vorstandvorsitzender des BEÖ meint: "Wir können damit aus bisherigen Puzzleteilen ein Zusammenschließen zu einem ganzen Bild gemeinsam umsetzen." Die Förderung des Projekts durch den Klima- und Energiefonds war nur ein Anschub, der zeigte, dass das miteinander verbinden der lokalen Netze erwünscht war." Der Kunde hat damit eine offene Plattform, nicht nur in Österreich, sondern in Zukunft auch international mit nur einer Karte.

Pionierarbeit im Bereich E-Mobilität

Einen zentralen Beitrag zum Sprung der E-Mobilität an die EU-Spitze leistete das von 2008 bis 2016 laufende Förderprogramm "Modellregionen Elektromobilität" des Klima- und Energiefonds. "Das Ziel der sieben Modellregionen war, unterschiedliche Systeme der E-Mobilität zu testen und eine solide Basis für die breite Ausrollung zu schaffen", betont Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. "Alltagstauglichkeit und Kundenfreundlichkeit sind für die Akzeptanz von E-Mobilität entscheidend. Dank dem ÖHUB ist hier wirklich ein Durchbruch gelungen auf den wir sehr stolz sind".

Mit dem Pilotprojekt ÖHUB konnte ein einheitliches, kundenfreundliches Lade- und Verrechnungssystem entwickelt und ein Jahr getestet werden. Das vom Klima- und Energiefonds mit 120.000 Euro unterstützte Projekt entstand in Kooperation mit der Hubject GmbH, die mit ihrer eRoaming-Plattform den größten internationalen B2B-Marktplatz für Dienstleistungen rund um das Laden von Elektrofahrzeugen betreibt. In den nächsten Monaten plant der BEÖ das österreichweite Ladenetz über intercharge mit weiteren europäischen Ladenetzwerken in Europa zu verbinden. So wird österreichischen E-Mobilist/innen ein einfacher Zugang zu Ladestationen in Europa ermöglicht. Federführend bei der Anbindung des heimischen Netzes an die Hubject-Plattform waren die Energieunternehmen Kelag, VKW und Wien Energie.



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