© Angelina Ströbel- pixelio.de
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Kein Rückhalt für Gentechnik bei EU-Abstimmung

EU-Kommission könnte Alleingang wagen – Konsequenter Einsatz von Ministerin Oberhauser notwendig

Brüssel/Wien - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt, dass sich Bundesministerin Sabine Oberhauser im Namen von Österreich klar gegen die Zulassung von drei gentechnisch veränderten Maissorten in Europa positioniert hat. Die Europäische Kommission konnte bei der Abstimmung keine qualifizierte Mehrheit für die Zulassung dieser Pflanzen erlangen. Die Abstimmung hat eine Patt-Situation ergeben. Sollte sich das nächste Mal wieder keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen die drei Maislinien ergeben, könnte die Europäische Kommission die Pflanzen im Alleingang zulassen. Greenpeace fordert Bundesministerin Oberhauser auf, jetzt nicht locker zu lassen und sich vehement gegen Gentechnik auf Europas Feldern einzusetzen.

‘Die Abstimmung hat erneut bewiesen, dass die Europäische Kommission keine Mehrheit im Rücken hat, um Gentechnik auf die Felder Europas zu bringen. Und das trotz der Unterstützung von großen Mitgliedsstaaten wie Großbritannien oder Spanien’, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. Die Zulassung für die drei gentechnisch veränderten Maissorten wäre für neun EU-Mitgliedsländer und drei Regionen gültig. Obwohl Österreich ohnehin nicht unter diesen Ländern wäre, hat Bundesministerin Oberhauser gegen die Zulassung gestimmt und damit im Interesse der gesamten europäischen Bevölkerung gehandelt. ‘Was die Ministerin getan hat, sollte Vorbildwirkung haben. Es muss im Interesse aller Mitgliedsstaaten liegen, umweltschädliche Gentechnik-Pflanzen auf europäischen Feldern zu verhindern’, sagt Theissing-Matei. ‘Jetzt muss sichergestellt werden, dass die Europäische Kommission diese Pflanzen nicht doch noch im Alleingang zulässt.’

Alle drei Maissorten sind gentechnisch so verändert, dass sie selbst Insektizide, also für Insekten giftige Wirkstoffe, produzieren. Diese Gifte werden von den Pflanzen über ihre gesamte Lebensdauer hinweg hergestellt, unabhängig davon, ob ein Schädlingsbefall vorliegt oder nicht. Dadurch kommt es zu einer permanenten Belastung der landwirtschaftlichen Flächen. Auswirkungen auf viele Nützlinge, wie zum Beispiel Marienkäfer, wurden im Rahmen der Zulassung nicht einmal untersucht. ‘Diese gentechnisch veränderten Maissorten schädigen Umwelt und Artenvielfalt und haben auf den Feldern Österreichs und Europas nichts verloren’, so Theissing-Matei. Im Falle einer Zulassung würde ein Teufelskreis drohen, wie Erfahrungen mit dem Anbau solcher Pflanzen aus den USA und Kanada zeigen. Aufgrund der Dauerbelastung passen sich Schädlinge an das Gift an und werden resistent. Die Antwort auf die sogenannten ‘Super-Schädlinge’ sind immer stärker veränderte Maissorten mit weiteren negativen Auswirkungen auf die Umwelt.

‘Profitieren von einer Zulassung würden wieder einmal nur die Hersteller dieser Pflanzen, allesamt internationale Agro-Chemie-Konzerne: Monsanto, DuPont Pioneer und Syngenta. Alle Bemühungen um eine umweltfreundliche Landwirtschaft in Österreich und Europa kämen damit weiter unter Druck’, sagt Theissing-Matei und fordert abschließend: ‘Der Europäischen Kommission muss endlich klar werden, dass die europäische Bevölkerung diese gentechnisch veränderten Pflanzen nicht möchte. Für Österreich muss jetzt Bundesministerin Oberhauser weiterhin vehement gegen die drohende Zulassung kämpfen.’



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