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Greenpeace begrüßt EuGH-Urteil zu Pestiziden

Entscheidung könnte Auswirkungen auf Glyphosat-Neuzulassung haben

Wien/Luxemburg ) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach Studien zur Sicherheit von Pestiziden, die von der chemischen Industrie eigenhändig durchgeführt werden, öffentlich gemacht werden müssen. Bisher waren solche Industriestudien meist geheim und konnten von der kritischen Öffentlichkeit nicht bewertet werden, so auch im Falle des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. Dem Urteil war eine Klage von Greenpeace zusammen mit dem Pesticide Action Network vorausgegangen.

‘Die Basis für Entscheidungen der europäischen und nationalen Behörden über die Zulassung von Pestiziden sind meist Studien, die von den Herstellern der Pestizide selbst durchgeführt wurden. Das ist ein klarere Interessenskonflikt’, betont Hanna Simons, Sprecherin von Greenpeace in Österreich. ‘Umso wichtiger ist es, dass diese Studien öffentlich zugänglich sind und kritisch überprüft werden können.’

Bisher hatten sich die Agro-Chemie-Unternehmen stets geweigert, diese Informationen transparent zu machen. Auch die Neubewertung des wahrscheinlich krebserregenden Wirkstoffes Glyphosat durch die Europäische Agentur für Ernährungssicherheit stützt sich weitgehend auf unveröffentlichte Industriestudien. Das heutige Urteil könnte somit auch Auswirkungen auf die Neuzulassung von Glyphosat haben. Für Greenpeace bedeutet das Urteil, dass solche Industriestudien auch in Zukunft automatisch veröffentlicht werden müssen. ‘Transparenz in den Zulassungsverfahren von Pestiziden ist ein Muss. Immerhin geht es hier um die öffentliche Gesundheit und unsere Umwelt’, so Simons.



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