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Greenpeace-Kritik: Österreichs Zusage für internationale Klimafinanzierung fehlt weiterhin

Umweltschutzorganisation fordert zudem strengere Klimaziele von EU

Anlässlich der Reise von Umweltminister Andrä Rupprechter zu der UN-Klimakonferenz in Marrakesch, kritisiert Greenpeace die weiterhin fehlende Zusage Österreichs für die internationale Klimafinanzierung. Diese wurde im Pariser Klimaabkommen festgeschrieben und sieht vor, ab dem Jahr 2020 weniger entwickelte Staaten jährlich mit 100 Milliarden US-Dollar zu unterstützen. Erst kürzlich habe zwar Rupprechter 100 Millionen Euro für Klimaschutzmaßnahmen in Österreich versprochen, doch das habe nichts mit der internationalen Klimafinanzierung zu tun, so die Umweltschutzorganisation.

Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher von Greenpeace in Österreich und Beobachter der UN-Klimakonferenz: "Kleine Inselstaaten trifft der Klimawandel bereits mit voller Härte und Österreich schaut nur zu. Die 100 Millionen Euro für nationale Klimaschutzmaßnahmen sind eine Augenauswischerei und sollen hierzulande die Gemüter beruhigen." Es sei zwar notwendig auch in Österreich in Klimaschutz zu investieren, beispielsweise in den Ausbau von Elektromobilität, doch andere Länder dürfen hier nicht auf der Strecke bleiben. "Hier geht es um Staaten in Afrika und Asien, die dringend unsere Hilfe brauchen", sagt Pawloff. Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben zwischen 4,5 und 6,5 Milliarden Euro jährlich für die internationale Klimafinanzierung zugesagt. "Minister Rupprechter muss die Beschlüsse von Paris ernst nehmen und endlich handeln. 150 Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen jährlich wären ein fairer Beitrag Österreichs", so Pawloff.

Bei der UN-Klimakonferenz in Marrakesch versuchen die VerhandlerInnen die Beschlüsse von Paris umzusetzen. Das Ziel ist klar definiert: Die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, wenn möglich 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dafür müssen jedoch die nationalen Klimaschutzpläne verschärft werden. Denn eine kürzlich erschienene Studie des UN-Umweltprogramms (UNEP) zeigt, dass diese aktuell zu 2,9 bis 3,4 Grad Erwärmung führen würden. Wie genau die Überprüfung der nationalen Klimaschutzpläne durchgeführt werden soll - ein Vorhaben bei der übernächsten UN-Klimakonferenz 2018 - wird derzeit in Marrakesch diskutiert. Greenpeace plädiert hier für eine Neueinreichung und deutlichen Nachbesserung der nationalen Klimaschutzpläne.

"In Paris haben wir ein historisches Klimaabkommen beschlossen. Derzeit scheint es jedoch, als würden wir das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, gewaltig verfehlen", kritisiert Pawloff. "Bei den Klimazielen müssen alle Staaten, allen voran die EU, deutlich nachschärfen, sonst bleibt der Vertrag von Paris ein leeres Versprechen. Minister Rupprechter muss sich dafür einsetzen, dass die EU ihre Hausaufgaben macht."



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