© Waldviertler Energie-Stammtisch
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Energieautarkie durch Nutzung von Wasser, Sonne und Biomasse

Waldviertler Energie-Stammtisch: Erneuerbar und CO2-neutral wirtschaften

© Waldviertler Energie-Stammtisch
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Kamegg: Der Waldviertler Energie-Stammtisch war am Donnerstag, den 4. Oktober 2012 zu Gast in der Hofstättermühle in Kamegg. Am Programm stand das Thema ‘Energieautark durch Kleinwasserkraft, Sonne und Biomassenutzung.’

Leopold Hofstätter begrüßte die Besucher und lud zu einem Rundgang ein, bei dem er beschrieb, wie er seinen Betrieb nach dem Hochwasser 2002 schrittweise und systematisch in Richtung Energieautarkie und Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt hat. Interessant zu sehen waren vor allem die Details und die ausgeklügelte Technik des Kleinwasserkraftwerkes, das großteils automatisch läuft, sowie die Brikettierung der Dinkelspelzen und die dazugehörige Kesselanlage, die diese Briketts vollautomatisch verwerten kann und neben der Beheizung des Gebäudes, die Trocknung speist.

Nicht zuletzt durch die starke Betroffenheit durch das Kamp-Hochwasser 2002 hat Leopold Hofstätter sich zum Ziel gesetzt ein ökologisches Energiekonzept zu entwickeln, das er mit seiner Kombination von Solarwärme und -strom, sowie von Biomasse und Kleinwasserkraft realisiert hat. Die größte Investition im Energiebereich, die bzgl. der Produktion auch weit über die Eigenversorgung hinausgeht, ist die Nutzung der Kleinwasserkraft bei der bestehenden Wehranlage. Es ist seit 2011 in Betrieb.

Die Jahresproduktion an Strom beträgt rund 950.000 kWh und erfolgt über eine in Oberösterreich hergestellte Kaplanturbine (stehende Welle, doppelt reguliert, max. Leistung von 168 kW). Damit wird ein X-faches des am Standort benötigten Stroms erzeugt und im Vergleich zum österreichischen Strommix über 350 Tonnen Treibhausgase eingespart. Wenn man bedenkt, dass Österreich seit einigen Jahren Stromimporteur ist, dann könnte man auch die europäische Vergleichszahl hier berücksichtigen und man käme wohl auf mindestens 700 Tonnen an eingesparten Treibhausgasen.

Zieht man den Eigenbedarf von rund 90.000 Kilowattstunden ab, so ergibt sich eine Netzeinspeisung von rund 860.000 Kilowattstunden pro Jahr.
Damit wird zusätzlich zur Eigenversorgung ein Beitrag zur Umgestaltung des österreichischen Energiesystems, konkret des Bereichs Stromerzeugung, in Richtung zukunftsfähige Lösung geleistet.

Nach der Besichtigung ging es im Landgasthof Mann in Rosenburg mit Erich Jöbstl vom Gebietsbauamt IV der NÖ Landesregierung weiter. Er berichtete über die Wasserrahmenrichtlinie und gab einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten und Aspekte der Nutzung von Kleinwasserkraft,die von Thomas Waldhans, Energieberater und Modellregionsmanager (Waldviertler Kernland), der als Partner der Energieagentur der Regionen auch die Umsetzung des Kleinwasserkraftprojektes von Leopold Hofstätter begleitet hat.

Statt Andreas Pasielak, dem Sprecher der Kleinwasserkraft Thayatal, der leider aus beruflichen Gründen absagen musste, berichtete Lisa Dyk aus Raabs über die Situation an der Thaya. Aktuell ist neben anderen Projekten in der Gemeinde Thaya ein Kleinwasserkraftwerk in Bau und in der Dyk Mühle in Raabs – in Kombination mit dem Hochwasserschutz – eine Modernisierung mit Klappwehr, doppelt regulierter Kaplanturbine Turbine, Fischauf- und Fischabstiegshilfe in Planung.

Am 8. November findet der nächste Infoabend des Energie-Stammtischs zum Thema ‘Österreich atomstromfrei!? - Vision und Realität’ in Waidhofen statt, und zwar in der Pizzeria Venezia.



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