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In Neukirchen an der Enknach hat die Zukunft schon begonnen

Unsere Helden des Monats : Johann und Josef Wurhofer

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Ein Segen, dass es solche Menschen wie das Brüderpaar Johann und Josef Wurhofer gibt – ein Segen für die Menschheit und ein Segen für ihre Heimatgemeinde Neukirchen ! Durch die tatkräftigen Initiativen der Brüder erspart sich Neukirchen an der Enknach jährlich rund 430.000 Liter Heizöl sprich etwa 344.000 Euro und die dementsprechende Umweltbelastung! Johann und Josef Wurhofer sind die Initiatoren der Fernwärme- Gesellschaft Neukirchen, die heute 157 Anschlüsse bei einer Netzlänge von 7,7 km mit einer Jahresgesamtheizleistung von 2 500 KW versorgt. Der jährliche Hackschnitzelverbrauch von 7 200 Srm wächst als Rohstoff praktisch vor der Haustüre und die Wertschöpfung bleibt in der Region. Vor rund fünf Jahren haben sich die Brüder, ausgehend von ihrer Überzeugung, dass nachhaltige Bewirtschaftung auch auf die Energieversorgung anwendbar sein muss, in den Kopf gesetzt ihre Gemeinde Richtung Energieselbstversorgung auf den Weg zu schicken. Dank Beharrlichkeit, beherzter und stetiger Überzeugungsarbeit, erstaunlichem persönlichen Einsatz und bewundernswerter Ambition ist es gelungen ihre Mitbürger ins Boot zu holen, in dem sie heute alle sehr zufrieden und entspannt einer umweltverträglichen und versorgungssicheren Energiezukunft entgegensegeln. Ihr Einsatz hat sich gelohnt und ist auch dabei sich auszuzahlen. Von den Hürden, die zu überwinden waren, soll auf die im Nachhinein recht kleinlich und peinlich wirkenden bremsenden Einzelinteressen nicht eingegangen werden angesichts des durchschlagenden und segenreichen Erfolges dieser doch auch nahe liegenden Energielösung. Hingegen nicht unerwähnt soll der persönliche nächtliche Einsatz der Brüder bleiben ,wie Johann Wurhofer erzählt, als bei eisigen Minusgraden ein Leitungsschaden auf offener Strecke behoben werden musste , wobei das austretende Wasser augenblicklich zu Eis gefror. Wahrscheinlich durch das Glück des Tüchtigen wurde man mitten in der Nacht Herr des Defektes und konnte so schweren Imageverlust im ersten Betriebsjahr abwenden.

Abgesehen von der Errichtung und dem Betrieb der Fernwärme haben die Brüder folgende Nachhaltige und zukunftsweisende Projekte initiert und mitfinanziert. Drei PV-Anlagen, wobei die solare Eigenstromversorgung der Volksschule (Überschuss wird ins öffentliche Netz gespeist) auch als Schau- und Lernprojekt wesentlich beispielgebend für die nachkommenden Generationen ist. Die 100% Deckung des Strombedarfs des Fernwärmeheizwerks mit Hilfe einer 38 kWp PV-Anlage auf dem Dach der Hackguthalle ist in der Wurhoferschen Logik eine Selbstverständlichkeit. Die dritte Anlage versorgt die örtliche Bioöl- und Treibstoff produzierende Ölmühle. Zur Erhaltung des Wasserrechts der örtlichen Bäckerei Zagler setzten die Brüder die originelle Idee einer Wasserkraftschnecke um. So kann der Bäckerbetrieb jährlich ca. 46 000 kWh/a lukrieren und die Enknach rauscht nicht ungenützt an der Hausrückwand vorbei. Auch an der mittlerweile recht ’prominenten’ InnÖl KG, die Treibstoff aus Pflanzenöl gewinnt sind die Brüder beteiligt. Zur Abrundung dieses ganzheitlichen Spektrums wird in Grillham noch ein Bio-Hofladen mit regionalen Produkten betrieben

Wir haben außerdem nachgefragt, was die Brüder nun weiter tun wollen, da ja bereits zahlreiche Projekte realisiert wurden. Johann Wurhofer meint: ‘ Eine Holzvergaseranlage zur Fernwärme wollen wir jetzt machen- solange es noch fossile Energie gibt, kann es nicht genug erneuerbare Energie geben!’

Energie für die Zukunft

Und was ist das Motto der beiden Brüder? ‘Energie für die Zukunft! Das habe ich vor mir an der Wand hängen und das ist mein Leitfaden’ sagt Johann. ‘Das soll ausdrücken, dass all diese Formen der Erneuerbaren Energie die Zukunft ausmachen!’ setzt Josef dazu. ‘In Neukirchen an der Enknach hat die Zukunft schon begonnen, dass wir da weiter tun, dafür stehen wir gemeinsam!’

Ist man einmal in den Genuss einer persönlichen Begegnung mit Johann Wurhofer gekommen, versteht man ein bisschen, wie dies alles Wirklichkeit hat werden können. Johann Wurhofer ist ein außergewöhnliches Energiebündel, seine Begeisterung ist so mitreißend, dass man aufgerüttelt und angeregt viel bereiter an die Durchführbarkeit und Folgerichtigkeit künftiger Schritte glaubt. In Verbindung mit Josef Wurhofer, der ausgewogene Besonnenheit und vertrauensfördernde Ruhe ausstrahlt, ist der Umsetzung der Projekte des Brüderpaares eben dieser nachhaltige Erfolg beschieden, der von Neukirchen an der Enknach auf ganz Österreich übergreifen sollte. Mehr als Grund genug für Oekonews, die beiden sympathischen Oberösterreicher, die auch Solarpreisträger des Jahres 2005 sind, als Helden des Monats die gebührende und respektvolle Anerkennung eines nachhaltigen Österreichs zu zollen.

Autor: Daniel Hackenberg für Oekonews


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