oekostrom AG warnt vor Atomstrom

Alle Stromquellen müssen seit 1. Mai 2005 auf Kundenrechnungen ausgewiesen werden. Nur 20% aller Österreicher beziehen keinen Atomstrom

Wien, 19. Mai 2005 - Seit Anfang Mai weiß jeder Stromkunde in Österreich, welchen Strom er bezieht. Denn jeder Stromlieferant muss jetzt die Herkunft des Stroms auf den Kundenrechnungen übersichtlich deklarieren. Die Umsetzung der EU-Richtlinie 2003/54 soll gewährleisten, dass Konsumenten verlässlich über die Energiequellen ihrer Stromversorgung informiert werden. "Nur bei 20 Prozent aller Österreicher wird auf der Stromrechnung kein Atomstrom ausgewiesen. Das ist für ein selbsternanntes Umweltmusterland ein trauriger Rekord", meint Peter Molnar, Geschäftsführer der oekostrom Vertriebs GmbH.

Seit der Strommarktliberalisierung im Oktober 2001 wird von den österreichischen Stromlieferanten immer mehr Strom auf den internationalen Strombörsen eingekauft. Für diesen Strom muss auf der Kundenrechnung der sogenannte "UCTE-Mix" der Union for the Coordination of Transmission of Electricity ausgewiesen werden. Hinter dieser unscheinbaren Abkürzung verbirgt sich der europäische Gesamterzeugungsmix, aktuell aus dem Jahre 2004 - und der ist alles andere als ökologisch wertvoll. So enthält der UCTE-Mix 13,0% Wasserkraft, 54,5% fossile Brennstoffe und 32,6% atomare Energie. "Damit stammt rund ein Drittel des zugekauften Stroms der großen Energieversorger aus Atomkraftwerken", erklärt Molnar.

Unwissenheit schützt vor Atomstrom nicht

Die oekostrom AG hat als erster Stromlieferant Österreichs bereits im September 2004 die Stromkennzeichnung gemäß EU-Richtlinie veröffentlicht. Neben heimischer Wasser-, Wind- und Bioenergie wird zumindest 1% von oekostrom® aus dezentralen Photovoltaik-Anlagen erzeugt. Seit Anfang 2005 bezieht auch das österreichische Umweltministerium nach Umweltzeichen zertifizierten Ökostrom der oekostrom AG. "Es war immer unser Anspruch, mit allen Produkten und Dienstleistungen der oekostrom AG den aktiven Ausstieg aus der Atomkraftnutzung zu unterstützen. Mit der Stromkennzeichnung bekommt es von nun an jeder Kunde schwarz auf weiß, welche Stromquellen er mit seiner Stromrechnung finanziert", so Molnar.

In einer Medienkampagne will die oekostrom Vertriebs GmbH, die derzeit 6.000 Haushalte und Gewerbebetriebe beliefert, alle Stromkunden darauf hinweisen, künftig ihre Stromrechnung genauer zu lesen. "Die Kunden der oekostrom AG wollen nicht nur ihr Gewissen beruhigen, sondern aktiv zur Energiewende beitragen, denn auch hier gelten die üblichen Marktregeln: Je größer die Nachfrage nach Ökostrom umso größer der Druck auf Investoren, in dieses Geschäftsfeld zu investieren. Umgekehrt unterstützen die Kunden der eingesessenen Energieversorger die zunehmende Atomstromproduktion in Europa", so Peter Molnar: "Unwissenheit schützt vor Atomstrom nicht - bei oekostrom sind Sie sicher!"



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