Temelin/Melker Prozess: Pröll hat versagt! Rettungsanker Plassnik?

Umweltminister Pröll hat seine Zusage nicht eingehalten

Anlässlich des Antrittsbesuches in Oberösterreich überreichten Atomgegnerorganisationen gestern ein Schreiben an Aussenministerin Plassnik, welches diese mit Interesse entgegen genommen hat. Die Atomgegner erhoffen sich Unterstützung, nachdem Umweltminister Pröll notwendige Schritte im Melkprozess nicht gesetzt hat.

"Wir hoffen dass unsere Aussenministerin das Blatt wendet und im letzten Moment eingreift", rechnet der Obmann von Stop Temelin, Mag. Josef Neumüller mit einem Einsatz der Ministerin.

Nach der Säumigkeit ihrer Regierungskollegen könnte die Außenministerin noch Bewegung in die eingefahrenen Verhandlungen bringen, gibt sich Christine Wurm von der Org. Sonne + Freiheit vorsichtig optimistisch.

Brief an die Aussenministerin

Sehr geehrte Frau Bundesministerin!

Wir wenden uns an Sie mit den besten Wünschen für Ihre Amtszeit und möchten unserer Hoffnung Ausdruck verleihen, daß eine aktive österreichische Anti-Atom-Politik zu den wichtigsten Schwerpunkten Ihrer Amtsführung zählen wird.

Wegen der räumlichen Nähe stellt das AKW Temelin für Oberösterreich die unmittelbarste Bedrohung dar und wird von der Bevölkerung sehr aufmerksam und kritisch betrachtet. Dies wurde zuletzt im Rahmen des grenzüberschreitenden UVP-Verfahrens zum geplanten Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle deutlich.
Alleine in Oberösterreich haben mehr als 300 Gemeinden und über 25.000 Einzelpersonen Einwendungen erhoben.

Die Sorgen der Menschen gelten dem nach wie vor unbefriedigenden sicherheitstechnischen Zustand des AKW Temelin. Schwerwiegende Defizite, die in wichtigen internationalen Berichten kritisiert wurden, sind bis heute vorhanden. Das Ziel des Melk-Prozesses - Beseitigung der wichtigsten Sicherheitsdefizite - wurde bisher leider nicht erreicht.

Wir möchten Sie daher um Unterstützung bitten, um offizielle Stellungnahmen der tschechischen Seite zu den beiden Expertenberichten vom Mai 2003 einzufordern. Leider ist dieser wichtige Schritt, ohne den es keinerlei Fortschritt bei der Beseitigung der Sicherheitsmängel in Temelin geben kann, bis jetzt nicht gesetzt worden.
Zuletzt wurde dieser Schritt im November im Rahmen des Anti-Atom-Gipfels im Umweltministerium eingefordert. Vom Herrn Bundesminister DI Pröll erfolgte zwar eine Zusage, die jedoch zu unserer großen Enttäuschung nicht eingehalten wurde. Durch Ihr Eingreifen können Sie einen entscheidenden Beitrag setzen, um das Scheitern des Melk- Prozesses in letzter Minute noch abzuwenden.



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Diese Meldung wurde von der OÖ Stop Temelin Vereinigung zur Verfügung gestellt.

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