Stromkennzeichnung ohne Kompromisse

oekostrom AG und Greenpeace energy e.G. läuten Energiewende ein

Wien, 17. September 2004 - Die oekostrom AG und Greenpeace energy e.G. haben begonnen, auf ihren Endkunden-Rechnungen die Herkunft des Stroms gemäß der EU-Richtlinie 2003/54/EG auszuweisen. Die beiden führenden Ökostrom-Anbieter in Österreich und Deutschland beweisen damit, dass die Kennzeichnung der Stromherkunft, wie sie die EU-Richtlinie seit 1. Juli 2004 verlangt, ab sofort und ohne Kompromisse möglich ist.

Deshalb erwarten die oekostrom AG und Greenpeace energy e.G. auch von ihren Mitbewerbern eine umfassende Kennzeichnung ihrer Herkunftsquellen

"Die 5.000 Stromkunden der oekostrom AG wissen genau, aus welchen erneuerbaren Energiequellen ihr Strom kommt. Der große Rest der österreichischen Stromkunden muss sich noch immer mit unsauberen und ungenauen Herkunftsangaben der Egalstrom-Anbieter abspeisen lassen", kritisiert oekostrom-Vorstand Ulfert Höhne. "Unsere Mitbewerber kaufen bis zu 70% ihres Stroms an Strombörsen ein und haben deshalb automatisch einen großen Anteil an Atomstrom, ohne diesen Anteil jedoch bisher den Endkunden exakt auszuweisen. Wir zeigen ihnen jetzt, wie eine EU-konforme Kennzeichnung aussieht.
"Für den Ökostrom-Markt ist die faire Stromkennzeichnung natürlich essenziell und der Atomwirtschaft ist sie ein Dorn im Auge. Deshalb ist die Zusammenarbeit engagierter Ökostromanbieter über EU-Grenzen hinweg wichtig, um die Buchstaben der EU-Richtlinie - die sehr gut ist - gegen den Widerstand der großen Konzerne durchzusetzen", erläutert Robert Werner, Chef des deutschen Ökostromers Greenpeace energy e.G. (eingetragene Genossenschaft). "Unsere gemeinsame Initiative hat auch den Anspruch, den Weg für eine europaweit vergleichbare Stromkennzeichnung zu bereiten, statt wieder 25 unvereinbare Standards entstehen zu lassen."
Die ähnlich gestalteten Labels der beiden Ökostrom-Firmen setzen die detaillierten Vorgaben der EU-Kommission um: Eine Tabelle des Stromeinkaufs des gesamten Unternehmens listet die Anteile der Energiequellen auf, eine Tortengrafik stellt die Zusammensetzung optisch leicht erfassbar dar.

Zusätzlich sind laut EU-Richtlinie auch Informationen über die CO2-Emissionen und den radioaktiven Abfall gefragt, den der verkaufte Strom verursacht - bei Ökostrom sind diese natürlich Null

Besonders ärgerlich ist für Höhne und Werner, dass in beiden Ländern die Behörden zu zaghaft auf die Umsetzung der EU-Vorgaben drängen. In Österreich etwa räumt die Regulierungsbehörde E?Control den Stromkonzernen Übergangszeiten bis Ende 2005 ein und erlaubt auch danach, dass Egalstrom-Anbieter ihre Stromimporte als "UCTE-Mix" deklarieren. Weil die UCTE (Union for the Coordination of Transmission of Electricity, der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber) genau angibt, dass beispielweise der Atomanteil 32,9% beträgt, fordern die Ökostrom-Anbieter "Klartext auf der Stromrechnung".

Abschließend verweist Höhne auf die aktuelle Debatte um das Ökostromgesetz: "Eins ist klar: Sauberer Ökostrom ist vielen Kunden mehr wert als billiger Egalstrom. Statt mit einem desaströsen Gesetzesvorschlag Härte gegen die Ökostrombranche zu zeigen, soll Minister Bartenstein für faire Stromkennzeichnung sorgen und den Stromkonzernen die Schmach ihrer schmutzigen Stromlabels zumuten. Die aufgeklärten Konsumenten von heute und morgen werden es ihm danken."

Weitere Informationen zur neuen Stromkennzeichnung

www.oekostrom.at
Grafik Stromkennzeichnung



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